
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ibiza erklärt vier Tourismuszonen als gesättigt
Die Inselverwaltung hat am Freitag einen Beschluss gefasst, der mehrere Bereiche der Inselhauptstadt offiziell als touristisch überlastet und umstrukturierungsbedürftig einstuft. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, sind davon die Altstadt, der Paseo Marítimo, der Strandbereich Playa den Bossa sowie Talamanca betroffen. Der Consell d'Eivissa hat die Zonen damit als gesättigte Tourismusgebiete und Umstrukturierungsgebiete ausgewiesen.
Rechtsrahmen und Hintergrund
Die Ausweisung soll der Inselverwaltung zufolge Instrumente schaffen, um die öffentliche Infrastruktur zu erneuern, bestehende Tourismusbetriebe zu modernisieren und die Bereiche Mobilität, Wasser und Küste besser zu steuern. Der erste Vizepräsident des Consell, Mariano Juan, nannte drei Grundsätze: Qualität statt Quantität, eine bessere Kontrolle der Mobilitätsströme und die Reduzierung tourismusbedingter Belastungen. Zugleich betonte er, dass Modernisierungen nicht zu einer Erhöhung der Zahl der Tourismusplätze führen dürften.
Grundlage des Beschlusses ist ein Konzept, das der Consell Ende 2025 erarbeitet hatte, sowie ein Antrag der Stadtverwaltung von Ibiza. Auch das Hotelgewerbe hatte nach Angaben des Consell darauf gedrängt, über geeignete Werkzeuge zu verfügen, um in veraltete Anlagen und Standorte reinvestieren zu können.
Investitionsplan und vorgesehene Mittel
Der Umstrukturierungsplan sieht nach ersten Schätzungen ein Volumen von mehr als 35 Millionen Euro für öffentliche und private Maßnahmen vor. Davon entfallen 6,9 Millionen Euro auf Infrastruktur und Barrierefreiheit, 1,5 Millionen Euro auf nachhaltige Mobilität und 22 Millionen Euro auf die Neuordnung und städtebauliche Verbesserung. Weitere Mittel sind für zusätzliche Maßnahmen eingeplant.
Wie der Consell erklärte, handelt es sich bei den Beträgen um vorläufige Schätzungen. Sie müssten erst durch konkrete Ausführungsprojekte, Planungsinstrumente und Haushaltsprogramme festgelegt werden.
Förderpriorität und Antragsverfahren
Die ausgewiesenen Zonen erhalten einen strategischen Status bei der Vergabe öffentlicher Mittel für die Sanierung von Gebäuden und öffentlichen Räumen. Zudem forderte der Consell die Regionalregierung auf, zusammen mit dem Inselrat und der Stadtverwaltung ein mehrjähriges öffentliches Investitionsprogramm aufzulegen.
Tourismusbetriebe in den betroffenen Gebieten können die außerordentliche Modernisierungsregelung in Anspruch nehmen, sofern sie die Voraussetzungen erfüllen. Anträge können bis Juni 2029 eingereicht werden.
Nächste Schritte
Der Beschluss ist nach Angaben des Consell der erste in einem inselweiten Verfahren. Für weitere Gemeinden lägen bereits Dokumente vor, die derzeit geprüft würden. Die entsprechenden Erklärungen sollen bis Ende 2026 verabschiedet werden.
Quelle: europapress.es