Glovo-Einigung: Weniger Entlassungen, mehr Sozialpaket

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Barcelona

Glovo-Einigung: Weniger Entlassungen, mehr Sozialpaket

von Redaktion

Sozialpartner erzielen Einigung nach Verhandlungen

Nach intensiven Verhandlungen haben der Plattform-Lieferdienst Glovo und die spanischen Gewerkschaften eine finale Vereinbarung über einen geplanten Personalabbau getroffen. Wie das Unternehmen und die Gewerkschaft CCOO am Donnerstag mitteilten, wird der sogenannte Expediente de Regulación de Empleo (ERE) nun 436 Personen betreffen. Diese Zahl liegt deutlich unter den ursprünglich ins Auge gefassten 766 betroffenen Stellen – ein Unterschied von 330 Arbeitsplätzen.

Reduzierung rettet Standorte und sieht Umsetzungen vor

Die erzielte Reduzierung der betroffenen Personenzahl hat konkrete lokale Auswirkungen. Laut den veröffentlichten Informationen konnten durch die Einigung die Arbeitsplätze in neun spezifischen Standorten vollständig erhalten werden. Zu diesen geretteten Standorten gehören Barakaldo (Bizkaia), Telde auf Gran Canaria, Palma de Mallorca, Salou (Tarragona), Chiclana de la Frontera (Cádiz), Cullera (Valencia), Santander, Algeciras (Cádiz) und Lucena (Córdoba).

Zentraler Bestandteil des Pakets ist zudem eine Rekolokationsklausel. Bis zu 68 der von dem ERE betroffenen Beschäftigten erhalten die Möglichkeit, innerhalb des Unternehmens umgesetzt zu werden. Diese Option gilt insbesondere als Priorität für Mitarbeiter über 55 Jahre und für andere schutzbedürftige Gruppen. Die Umsetzung bleibt freiwillig, wenn der neue Arbeitsplatz mehr als 20 Kilometer entfernt liegt oder wenn es sich um nicht-motorisierte Zustellprofile handelt.

Finanzielle Kompensationen und Kilometerpauschale

Die finanzielle Entschädigung für die betroffenen Mitarbeiter wurde ebenfalls detailliert festgelegt. Die Abfindung berechnet sich auf Basis der individuellen Tätigkeitsdauer als autonom Beschäftigter. Die Formel sieht vor, die Anzahl der geleisteten Arbeitstage durch 222 zu teilen und anschließend mit 365 zu multiplizieren.

Für den Fall einer angenommenen Umsetzung an einen anderen Standort vereinbarten die Parteien eine Kilometerpauschale von 0,25 Euro pro Kilometer. Dieser Betrag wird als einmalige jährliche Zahlung mit der ersten Gehaltsabrechnung ausgezahlt. Die Berechnungsgrundlage bilden 222 Arbeitstage und die einfache sowie die Rückweg-Distanz zwischen den Standorten.

Die Einigung, über die CCOO in einer Mitteilung und Unternehmensquellen gegenüber Europa Press berichteten, markiert den Abschluss eines konfliktreichen Verhandlungsprozesses und zeigt das Ergebnis des sozialen Dialogs zwischen Plattformökonomie und Arbeitnehmervertretungen.