Freiheit auf vier Pfoten

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Freiheit auf vier Pfoten

von Redaktion

Ein oft unbekanntes Recht

Es sind nicht nur treue Begleiter, sondern hochspezialisierte Assistenten: In Malaga unterstützen 33 Blindenführhunde der ONCE Menschen mit Sehbehinderung im Alltag. Sie erhöhen die Sicherheit bei Wegen und schaffen wichtige Autonomie. Doch diese Autonomie wird häufig an einer unscheinbaren Stelle eingeschränkt: der Eingangstür zu Lebensmittelgeschäften.

Wie die Organisation berichtet, wird das Recht auf Zugang zu Fruterías, Supermärkten oder anderen Verkaufsstellen für Nahrungsmittel – gesetzlich klar festgeschrieben – oft nicht gewährt oder ist der Gesellschaft unbekannt. Die Folge sind regelmäßige Konflikte und eine Behinderung der gleichberechtigten Teilhabe. Anlässlich des Internationalen Tags des Blindenführhundes am 29. April appelliert die ONCE daher unter dem Motto "Perros Guía, sí" für mehr Aufklärung und Akzeptanz.

Wo der Hund mitkommen darf – und wo nicht

Das Zugangsrecht ist weitreichend. Laut der aktuellen Gesetze, einschließlich des neuen Tierschutzgesetzes, haben Führhund-Besitzer nicht nur Zugang zu Lebensmittelgeschäften, sondern auch zu Restaurants, allen öffentlichen Verkehrsmitteln, Bildungseinrichtungen, medizinischen Zentren und Veranstaltungsorten. Einzige Ausnahmen sind sensibelste Bereiche wie Operationsräume, Zonen der direkten Lebensmittelzubereitung oder Schwimmbeckenwasser in öffentlichen Pools.

Ein entscheidender Punkt, den die ONCE-Fundación ONCE del Perro Guía (FOPG) klarstellt: Der Zugang darf nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden sein und ist auch nicht durch eine mögliche Limitierung der Anzahl anderer Haustiere im Geschäft beschränkt. Die Organisation fordert die Bürger auf, dieses Recht aktiv bekannt zu machen, damit Menschen mit ihrem Führhund "kommen, bleiben und ihren Einkauf wie jeder andere tätigen können".

Ausbildung und Gesundheit: Ein strenger Standard

Die FOPG, die seit über 35 Jahren nach europäischen und nordamerikanischen Modellen arbeitet und bereits etwa 4.000 Hundeverbindungen ermöglicht hat, setzt auf ein umfassendes Programm. Die Welpen werden zunächst ein Jahr lang in speziellen "Educator-Familien" sozialisiert, bevor sie ihre intensive Ausbildung beginnen. Das Ergebnis sind Tiere mit ausgeprägter Arbeitswilligkeit, hoher Konzentration und ohne Aggressivität.

Der Gesundheitsstandard liegt deutlich über dem eines normalen Begleittiers. Die Führhunde werden jährlich gegen Tollwut geimpft, regelmäßig innen und außen entwurmt und müssen ein veterinärmedizinisches Jahreszeugnis besitzen, das die Freiheit von übertragbaren Krankheiten attestiert. Sie sind darauf trainiert, nicht nur Hindernisse zu erkennen und Richtungswechsel zu markieren, sondern auch eine Order ihres Menschen zu ignorieren, wenn diese – etwa bei einem ungesehenen elektrischen Fahrzeug – eine Gefahr für beide darstellt.

Um die Botschaft zu verstärken, wird die ONCE fünf Millionen ihrer Los-Cupons mit einem Motiv versehen, das eine Person mit Führhund in einer Frutería zeigt – eine kleine, aber deutliche Illustration für die gewünschte Normalität.

Quelle: ONCE / Fundación ONCE del Perro Guía (FOPG)