
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Feixina-Markt: Lokale Händler warten auf ihr Geld
Ein Markt, der nachwirkt
Fast vier Monate nach dem Ende des umstrittenen Weihnachtsmarktes auf der Plaça de sa Feixina ist die Aufregung längst nicht verraucht. Der Grund: Der Organisator, ein österreichischer Unternehmer, schuldet mehreren lokalen Firmen noch immer Geld für Produkte, die auf dem Markt verkauft wurden. Wie mehrere betroffene Geschäftsleute gegenüber dieser Redaktion bestätigten, harren sie trotz wiederholter Zusagen auf ihre Zahlung.
Von der Kritik zur kurzfristigen Strategieänderung
Der Straßenmarkt war von Beginn an ein Zankapfel. Anwohner, insbesondere aus dem Viertel Santa Catalina, kritisierten lautstark die kommerzielle Nutzung des öffentlichen Raums und die ursprünglich fast ausschließlich deutsche Produktpalette. Lokale Waren waren zunächst überhaupt nicht vorgesehen – ein deutlicher Kontrast zu den Weihnachtsmärkten in anderen Gemeinden der Insel. Auf den öffentlichen Druck hin änderte die Organisationsleitung ihre Strategie und kontaktierte kurzfristig Unternehmen der Insel, die Lebensmittel herstellen.
Es kam zu einem für den Handel typischen Abkommen: Die Lieferanten stellten die lokalen Produkte zur Verfügung, ohne eine Vorauszahlung zu erhalten. Die Bezahlung sollte erst nach Abbau des Marktes aus den Verkaufserlösen erfolgen. Die Organisation konnte sich die Ware so praktisch vorfinanzieren lassen.
Gute Umsätze nur für Importware
Nach den Feiertagen zeigte sich ein klares Bild: Der Absatz der lokalen Spezialitäten blieb schwach. Der Fokus der Besucher lag eindeutig auf den deutschen Importen, die sowohl im Food- als auch im Dekobereich das Gros der Stände dominierten. Als der Markt abgebaut wurde, erhielten die Lieferanten die unverkaufte Ware zurück – die Rechnung für die verkauften Artikel blieb jedoch offen.
Die Organisation hatte durch den Weiterverkauf der lokalen Produkte mit Aufschlag durchaus einen, wenn auch vermutlich geringen, Gewinn erzielt. Dennoch ist das geschuldete Geld bis heute nicht geflossen.
Leere Versprechungen und geduldete Rechnungen
Die Kommunikation läuft fast ausschließlich über eine E-Mail-Adresse des österreichischen Geschäftsmanns. Eine angegebene Telefonnummer wird selten beantwortet. In den spärlichen Antworten, die auf die zahlreichen Mahnungen eingehen, wird stets die Absicht zur Zahlung beteuert – ein konkreter Termin wird jedoch nie genannt. Bei den betroffenen Unternehmen wächst der Verdacht, dass es sich nur um leere Versprechungen handelt. "Wenn die Absicht da wäre, hätte man nicht fast vier Monate verstreichen lassen", so die einhellige Meinung.
Die Händler wollen nun weiterhin auf die Begleichung der Schulden pochen. Sollte sich die Situation nicht bald klären, ziehen sie eine gerichtliche Geltendmachung des Zahlungsanspruchs in Betracht. Eines ist für sie sicher: Sollte es in diesem Jahr eine Neuauflage des Marktes geben und die Organisation erneut nach lokalem Produkt fragen, wird man deutlich vorsichtiger sein. Das gezeigte Zahlungsverhalten hat das Vertrauen zerstört.
Unterstützung trotz Bürgerproteste
Hintergrund des anhaltenden Konflikts ist auch die politische Unterstützung, die der Markt ursprünglich genoss. Er wurde von den großen Händlervereinigungen der Stadt sowie vom Rathaus in Palma befürwortet. Die Proteste der Anwohner, die die Ausrichtung des Marktes eher auf ausländische Touristen als auf die Stadtbevölkerung kritisierten, fanden damals kaum Gehör.