Erste Sommerreisewelle gestartet

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Spanien

Erste Sommerreisewelle gestartet

von Clara Weber

Rekordverdächtige Reisewelle erwartet

Pünktlich zum ersten Juli-Wochenende hat die spanische Generaldirektion für Verkehr (DGT) ihre Sommerverkehrskampagne 2026 gestartet. Wie die Behörde mitteilt, wird allein in der ersten Phase von Freitag, dem 3. Juli, 15 Uhr, bis Sonntag, dem 5. Juli, Mitternacht mit rund 4,8 Millionen Fahrten gerechnet. Insgesamt prognostiziert die DGT für die gesamte Sommerperiode bis zum 31. August über 104 Millionen Langstreckenbewegungen auf den Straßen des Landes – ein Anstieg von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptlast entfällt auf den Juli mit rund 49,7 Millionen Fahrten, während der August mit etwa 54,5 Millionen Fahrten noch stärker frequentiert sein wird.

Neben der aktuellen ersten Ausreisewelle sind drei weitere große Verkehrsoperationen vorgesehen: das erste Augustwochenende (31. Juli bis 2. August), der Feiertag um den 15. August (14. bis 16. August) sowie die Rückreisewelle vom 28. bis 31. August. Die DGT rechnet mit erheblichen Staus auf den Hauptausfallstraßen der Großstädte sowie auf den Routen zu den Touristenhochburgen und Zweitwohnsitzen.

Spritpreise steigen nach Steuerende

Eine besondere Belastung für die Reisenden kommt in diesem Sommer von der Zapfsäule. Seit dem 1. Juli gilt wieder der reguläre Mehrwertsteuersatz von 21 Prozent auf Kraftstoffe, nachdem die Regierung die temporäre Senkung auf 10 Prozent zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts auslaufen ließ. Laut dem Ministerium für ökologischen Wandel kletterte der Literpreis für Benzin am 1. Juli auf durchschnittlich 1,529 Euro – ein Anstieg von 8,5 Cent im Vergleich zum Vortag. Diesel verteuerte sich um etwa 4,3 Cent auf 1,549 Euro pro Liter.

Damit liegen die Preise zwar noch unter den Höchstständen von 1,6 Euro (Benzin) beziehungsweise 1,9 Euro (Diesel), die im Frühjahr erreicht wurden. Der Verband der spanischen Kraftstoffindustrie (AICE) hatte die Auswirkungen der Steueränderung auf etwa 10,1 Cent mehr pro Liter Benzin und 2,8 Cent mehr pro Liter Diesel beziffert. Um den Anstieg abzumildern, bleibt der Sonderrabatt auf die Mineralölsteuer vorerst bestehen: Im Juli sind es 15 Cent pro Liter, im August noch 10 und im September lediglich 5 Cent, bevor die Regelsteuer im Oktober wieder vollständig greift.

Sonderaktionen und Kontrollen

Erstmals integriert die DGT in diesem Sommer eine spezielle Planung für die totale Sonnenfinsternis am 12. August. Das Phänomen wird in weiten Teilen Spaniens sichtbar sein, die vollständige Verdunkelung ist jedoch nur in einer Zone zu sehen, die unter anderem Galicien, Asturien, Kantabrien, das Baskenland, Navarra, La Rioja, Kastilien-León, die Autonome Gemeinschaft Madrid, Kastilien-La Mancha, Aragonien, Katalonien, die Valencianische Gemeinschaft und die Balearen umfasst. Die Behörde rechnet mit erheblichem Verkehrsaufkommen in diesen Regionen.

Parallel zu den Ferienbewegungen laufen die traditionellen Aktionen „Paso del Estrecho“ und „Paso de Portugal“. Im Rahmen der Meerengen-Operation werden voraussichtlich 3,5 Millionen Menschen und 800.000 Fahrzeuge Spanien durchqueren, um nach Nordafrika überzusetzen. Dafür sind über 31.500 Einsatzkräfte auf den Hauptkorridoren Mediterráneo, Central und der Via de la Plata im Einsatz. Für die Portugal-Operation sind rund 270.000 Fahrzeuge eingeplant.

Die DGT kündigt zudem verstärkte Kontrollen an: An den Wochenenden wird vermehrt auf Motorräder geachtet, vom 13. bis 19. Juli liegt der Fokus auf Alkohol- und Drogenkontrollen, und vom 17. bis 23. August steht die Geschwindigkeitsüberwachung im Mittelpunkt. Zu schnelles Fahren ist nach Angaben der Behörde an über 20 Prozent der tödlichen Unfälle beteiligt.


Quelle: 20minutos.es