
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ernesto Alba: Mit den Wurzeln der Solidarität
Seine politische Sozialisation begann früh. "Meine Kindheit sind die Erinnerungen an einen Sitzungssaal der Izquierda Unida", sagt Ernesto Alba und zitiert damit sinngemäß den Dichter Antonio Machado. Der 1982 in Conil de la Frontera geborene Spitzenkandidat von Por Andalucía für die Provinz Málaga ist ein Kind des Parteiapparats. Seine Eltern sind langjährige Mitglieder des PCE und der IU. "Bei uns zu Hause war alles Politik", erzählt er. Mit 14 begann er selbst zu engagieren – geprägt von Werten wie "Solidarität, Genossenschaftlichkeit und dem Bewusstsein für die eigene Klasse".
Vom Fischerdorf in die Provinzhauptstadt
Seine Herkunft aus einer Arbeiterfamilie – der Großvater war Fischer, der andere Bäcker – und sein Heimatort Conil prägten seine Weltsicht entscheidend. Bevor er vor zehn Jahren "der Liebe wegen" nach Málaga zog, wo seine heutige Lebenspartnerin, die Provinzkoordinatorin der IU Toni Morillas, lebte, war er selbst Stadtrat in Conil für soziale Dienste und Bürgerbeteiligung. Heute lebt die Familie mit dem siebenjährigen Sohn im Viertel La Paz und schätzt das dörfliche Flair in der Großstadt, wie Alba gegenüber Málaga Hoy schildert.
Beruflich ist der 41-Jährige Sozialarbeiter, hat an der Universität Pablo de Olavide in Sevilla studiert und unter anderem in einem Aufnahmezentrum für Migranten des Roten Kreuzes in Algeciras gearbeitet. Während des Studiums jobbte er wie viele Kommilitonen aus ähnlichen Verhältnissen als Kellner. Eine Leidenschaft, die blieb: Er ist ausgebildeter Barkeeper und bezeichnet die Mixologie als "sehr nobles Handwerk". Als gebürtiger Cádiz-Fan gilt seine größte Liebe jedoch dem Karneval, in dem er früher in seiner Heimat in Chirigotas aktiv war.
Die Strategie: Mobilisierung durch Basisarbeit
Seit 2017 ist Ernesto Alba Generalsekretär der Kommunistischen Partei Andalusiens (PCA), des treibenden Kraft in Izquierda Unida und damit auch im Bündnis Por Andalucía. Sein politisches Vorbild ist unumwunden der ehemalige Córdoba-Bürgermeister und IU-Coordinator Julio Anguita.
Als Kopf der Liste in Málaga zeigt er sich optimistisch, das Mandat zu halten. Die Strategie dafür liegt für ihn auf der Hand: "Unser größter Trumpf ist die Basisarbeit." Es gehe darum, durch die vielen lokalen Verankerungen der Militanten "von Tür zu Tür" Wähler zu mobilisieren. Die nun erreichte Einheit der meisten linken Kräfte – mit Ausnahme von Adelante Andalucía – sei an sich schon ein mobilisierender Faktor, so seine Beobachtung. Zudem profitiere die Koalition von der Beliebtheit des Spitzenkandidaten Antonio Maíllo.
Scharfes Schwert gegen Moreno Bonilla
Im inhaltlichen Fokus stehen für Alba zwei Themen: Gesundheit und Wohnen. Die Politik der Regierung unter Juanma Moreno greife fundamentale, verfassungsmäßig garantierte Rechte an und mache sie zur Ware. "Was er getan hat, ist, ein Schild an Despeñaperros aufzustellen, auf dem steht 'Andalusien zu verkaufen', und er verschenkt es praktisch", kritisiert er scharf.
Die Gesundheitspolitik der Junta de Andalucía sei ein "aggressiver Privatisierungsprozess", dessen Folgen die langen Wartezeiten und Probleme wie bei der Brustkrebsvorsorge seien. Sein Lösungsansatz ist radikal: Es brauche eine "Rückführung" aller an den Privatsektor vergebenen Dienstleistungen in die öffentliche Hand, notfalls auch durch Enteignung von Kliniknutzungen. Sein Bündnis fordert 8.000 zusätzliche Ärzte für Andalusien.
Auch auf dem Wohnungsmarkt sieht Alba eine dramatische Verschlechterung. Die Arbeiterklasse sei heute schlechter gestellt als vor 10 bis 15 Jahren. Dies führe er auf das "Moreno-Bonilla-Modell des 'Jeder-rette-sich-selbst'" zurück, das "das Leben vieler Menschen zerstört" und "viel Leid über das andalusische Volk bringt". Für Alba ist klar: Der Weg zur Veränderung führt über die Urne am 17. Mai – und über die unermüdliche Arbeit der Basis.