Erdbebenprobe: Teneriffa testet Krisenplan

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Guia De Isora

Erdbebenprobe: Teneriffa testet Krisenplan

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Testlauf für den Ernstfall

Der Inselrat von Teneriffa (Cabildo) und die Gemeindeverwaltung von Guía de Isora haben die Einzelheiten einer groß angelegten Zivilschutzübung vorgestellt. Am 22. Oktober wird im Süden der Insel ein vulkanisches Notfallszenario simuliert, um die Einsatzbereitschaft der Behörden und Rettungskräfte unter realen Bedingungen zu überprüfen.

Bereits jetzt, so berichten die Behörden, läuft die Planung für das Manöver mit dem Namen "VOLCANEX Teneriffa 2026". Es ist nach einer Übung im Jahr 2025 in Garachico die zweite derartige Veranstaltung auf der Insel. Im Fokus steht die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen, der Polizei, dem Gesundheitswesen und dem Katastrophenschutz.

Bewährungsprobe für den Gemeindeschutzplan

Im Zentrum der Übung steht der Gemeindliche Notfallplan (PEMU) von Guía de Isora. Dieses Regelwerk definiert die Abläufe und Zuständigkeiten der lokalen Verwaltung im Krisenfall. Der Leiter für Sicherheit und Notfälle des Inselrats, Iván Martín, betonte bei der Vorstellung, dass die Vorbereitung ein zentraler Baustein zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit sei. Man wolle nicht nur die Einsatzkräfte fordern, sondern auch testen, wie die Verfahren in der Praxis funktionieren und wo Verbesserungen nötig sind. Gleichzeitig soll die Bevölkerung für Risiken sensibilisiert und in die Vorbereitungen einbezogen werden.

Blanca Pérez, die Inselrätin für Umwelt und Sicherheit, ergänzte laut Mitteilung des Cabildo, dass Prävention und Selbstschutz Eckpfeiler der Notfallpolitik seien. Die Bürgerinnen und Bürger sollen die Abläufe kennen und im Ernstfall sicher handeln können. Die Erfahrungen aus der Übung in Garachico im Vorjahr, so Pérez, würden genutzt, um die Koordination kontinuierlich zu verbessern.

Mobilität als kritischer Faktor

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Logistik. Eulalia García, zuständig für Mobilität, hob hervor, dass die Planung von Evakuierungsrouten und die Abstimmung der Verkehrsbetriebe essenziell seien. Das Ziel sei eine geordnete und sichere Bewegung der Bevölkerung, ohne die Arbeit der Rettungsdienste zu behindern.

Vorbereitung in Schulen und Haushalten

Das Programm umfasst in den Tagen vor der Übung ein breites Angebot an Informations- und Trainingsmaßnahmen. Das Rote Kreuz wird Schulungen für Familien anbieten, die unter anderem die Erstellung von Notfallplänen für den Haushalt oder das Zusammenstellen von Notfallrucksäcken behandeln. Auch das Erkennen offizieller Informationskanäle zur Vermeidung von Falschmeldungen ist ein Thema.

An den Schulen der Gemeinde stehen Erste-Hilfe-Kurse und Verhaltenstraining auf dem Lehrplan. Die Universität La Laguna wird technisches Personal und Führungskräfte in Entscheidungsfindung und der Anwendung des Notfallplans schulen. Das Vulkanologische Institut der Kanaren (INVOLCAN) beteiligt sich am wissenschaftlichen Begleitausschuss und bietet öffentliche Veranstaltungen an. Dazu gehören eine Ausstellung zum vulkanischen Erbe der Inseln sowie ein Bildungsprogramm, das die Bevölkerung über die wissenschaftlichen Grundlagen von Vulkanismus informieren soll.

Die Übung selbst wird am 22. Oktober ein Szenario simulieren, das die bestehenden Notfallprozeduren vollständig aktiviert. Alle Teilnehmer, von den Gemeindemitarbeitern bis zu den Freiwilligen des Katastrophenschutzes, werden ihre Fähigkeiten im Ernstfall unter Beweis stellen können.


Quelle: europapress.es

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