Teneriffa testet den Ernstfall Vulkan

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Guia De Isora

Teneriffa testet den Ernstfall Vulkan

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Zweiter Großtest für den Notfall

Die Kanareninsel Teneriffa hat ihre Notfallproben auf ein neues Level gehoben. Mit dem Abschluss des zweiten großen Vulkan-Simulacrums, das den Namen VOLCANEX 2026 trägt, stellte sich die Inselregierung der Frage, die im Angesicht des mächtigen Teide nicht hypothetisch bleiben darf: Sind wir bereit, wenn der Berg erwacht? Rund 1.500 Teilnehmer verwandelten Guía de Isora am Donnerstag in ein Zentrum der Krisenbewältigung, während parallel in Adeje und Santiago del Teide Szenarien einer fiktiven, aber durchaus realistischen Bedrohungslage durchgespielt wurden.

Die Bevölkerung im Fokus der Übung

Es war kein Spiel, sondern eine Generalprobe für den Ernstfall. Die Übungsleitung entwarf ein Szenario, das die Behörden vor eine immense Herausforderung stellte: eine Vulkanwarnstufe, die mehrere Gemeinden im Südwesten der Insel gleichzeitig betraf. Wie die Zeitung Europa Press berichtet, wurde dabei die komplette Kette der Gefahrenabwehr durchlaufen. Der erste ES-ALERT, der um neun Uhr morgens an alle Mobiltelefone der Insel ging, setzte ein Signal, das die Bürger in einer realen Krise alarmieren würde. Die Übung zeigte jedoch auch, worauf es wirklich ankommt: eine Bevölkerung, die weiß, wie man sich verhält.

Kritische Stimmen könnten nun einwenden, dass solche Manöver vor allem der Beruhigung der Öffentlichkeit dienen und bürokratischer Selbstvergewisserung gleichen. Doch der Teufel steckt im Detail, und genau hier setzte die Übung an. Es war keineswegs nur das simple Abspielen von Evakuierungsrouten. Die Einsatzkräfte mussten sich um fragile Gruppen kümmern, etwa um die Bewohner des Seniorenheims Hogar Santa Gema in Santiago del Teide, wo jeder Einzelne individuell beurteilt und abtransportiert werden musste. Rund einhundert Urlauber wurden aus einem Hotel in Abama evakuiert, während gleichzeitig im Nationalpark Teide eine Rettungsaktion am Refugio Chasogo lief.

Präzision statt Aktionismus

Rosa Dávila, die Präsidentin des Cabildo, sieht in der Übung mehr als nur eine Pflichtaufgabe. Sie betonte den Mehrwert der kontinuierlichen Vorbereitung, die bereits im Vorjahr in Garachico begann. Die alleinige Zahlenlogik – wie viele Fahrzeuge, wie viele Einsatzkräfte – greift zu kurz. Viel entscheidender ist die Frage nach der Koordination zwischen den einzelnen Institutionen. Vom Regionalministerium bis zur Armeeeinheit UME waren alle Ebenen vernetzt. Die Konfrontation mit der Realität offenbart dann oft die Schwachstellen, die in der Theorie verborgen bleiben.

Der wahre Gewinn lässt sich nicht im Hier und Jetzt messen. Nach dem Ende der Sirenen und simulierten Notrufe beginnt die eigentliche Arbeit der Analyse. Jede Beobachtung, jede Verzögerung und jede funktionierende Kommunikation wird nun auf den Prüfstand gelegt. Iván Martín, der Direktor für Sicherheit der Insel, wies darauf hin, dass die Auswertung konkret zeigen müsse, wo die Abläufe nachgeschärft werden müssen. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Effizienz der Rettungskette.

Ein Signal an die Bürger

Die Übung sei aber auch ein Vertrauensbeweis gegenüber den Bewohnern der Insel, wie die Behörden betonen. Die Menschen von Guía de Isora hätten hautnah miterlebt, wie eine Evakuierung praktisch funktioniert und wie die Betreuung in Notlagen organisiert wird. Die Bürgermeisterin Ana Dorta dankte explizit für die Mitwirkung der Bevölkerung. In einer Zeit, in der viele Kommunen vor der Aufgabe zur Umsetzung von Mammutprojekten zurückschrecken, setzt Teneriffa hier ein Zeichen: Die Gefahr ist präsent, aber die Antwort darauf soll es auch sein.

Quelle: Nachrichtenagentur Europa Press


Quelle: europapress.es

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