
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ein Zeichen setzen: Vélez-Málaga und der Regenbogen
Applaus, ein Aufstieg und eine Spaltung
Die jüngste Sitzung des Stadtrats von Vélez-Málaga war keineswegs nur eine Aneinanderreihung von Formalitäten. Bürgermeister Jesús Lupiáñez eröffnete die Sitzung mit einem deutlichen Appell an Anstand und demokratische Spielregeln – eine Retourkutsche auf die tumultartigen Szenen des Vormonats. Zudem fand er lobende Worte für die Verwaltungsmitarbeiter, die das Rückgrat der Kommune bilden. Eine persönliche Note brachte der Glückwunsch an den Málaga CF, der nach dem Aufstieg in die Primera División gefeiert wird, namentlich an den lokalen Helden Rafael „Rafita“ Garrido.
Doch der politische Pulsschlag schlug bei einem anderen Tagesordnungspunkt. Mit überwältigender Mehrheit stimmte die Körperschaft dafür, der Institutionellen Erklärung der spanischen Städte- und Provinzvereinigung (FEMP) zum Internationalen Tag des LGTBIQ+-Stolzes beizutreten. Ziel der Erklärung ist es, Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität zu ächten und den rechtlichen Schutz vor Hassverbrechen zu bekräftigen. Ein klares Bekenntnis zu Respekt und Akzeptanz.
Doch Einigkeit sieht anders aus. Während die demokratischen Fraktionen geschlossen für die Erklärung votierten, stellte sich die rechte Fraktion Vox quer. Ihr Nein verhinderte, dass die Stadt eine institutionelle Einheitsfront bilden konnte. Es ist dieselbe alte Leier: Während der Rest der Gesellschaft längst kapiert hat, dass Vielfalt keine Schwäche, sondern eine Stärke ist, verbarrikadiert sich diese Partei hinter ideologischen Scheuklappen.
Die Sitzung befasste sich auch mit anderen drängenden Themen. So wurde die Verlegung von Mobilfunkmasten in Torre del Mar gefordert. Der Stadtrat für Stadtplanung, Celestino Rivas, bezog sich auf gesundheitliche Bedenken und den Widerstand gegen neue Anlagen. Das Gremium verlangt mehr Entscheidungsbefugnisse für die Kommunen bei der Lizenzvergabe, ein Schritt hin zu mehr kommunaler Autonomie.
Zudem wurde einstimmig beschlossen, die regionale Gesundheitsbehörde zu mehr Kinderärzten im örtlichen Krankenhaus zu drängen. Ein weiterer Antrag zielt auf die Installation von Videoüberwachung an Schulen und Pflegeheimen ab – ein Thema, das den wachsenden Sicherheitsbedenken für schutzbedürftige Gruppen Rechnung trägt.
In einer Zeit, in der die Gesellschaft auseinanderzudriften droht, setzt Vélez-Málaga mit der Unterstützung der LGTBIQ+-Erklärung ein weithin sichtbares Zeichen gegen Ausgrenzung. Die Verweigerungshaltung von Vox ist nicht nur ein politisches Manöver, sondern ein Armutszeugnis, das den sozialen Frieden vor Ort herausfordert. Wie die Nachrichtenseite AxarquíaPlus berichtet, bleibt die Hoffnung, dass solche Blockaden in Zukunft nicht den Ton angeben.
Quelle: AxarquíaPlus
Quelle: axarquiaplus.es