Ein schaler Sieg in Estepona

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Estepona

Ein schaler Sieg in Estepona

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Schlag gegen die Normalisierung

Gut gemacht, Polizei. Drei mutmaßliche Drogenhändler festgenommen, ein offenes Drogenbüro dicht. Doch wer sich jetzt zurücklehnt, hat aus diesem Fall nichts gelernt. Er zeigt nicht nur, dass die Polizei arbeiten kann – sondern auch, wie lange eine Stadtgesellschaft bereit war, das Elend vor der Haustür zu tolerieren.

Wie die Online-Plattform Axarquia Plus berichtet, hatte sich die Wohnung nahe dem Orchideenpark zu einem Umschlagplatz entwickelt. Die UDYCO-Costa del Sol beobachtete, wie Kunden in kurzer Abfolge ein- und ausgingen, um Drogen zu kaufen oder direkt im Haus zu konsumieren. Beim Zugriff fanden die Beamten 114 verkaufsfertige Portionen Kokain, eine Schrotflinte sowie Fahrräder und E-Scooter von höchst fragwürdiger Herkunft. Drei Männer im Alter von 32, 47 und 63 Jahren wurden festgenommen. Drei Altersstufen, ein Geschäftsmodell, viele ratlose Nachbarn.

Wer jetzt von Bagatelle faselt, hat nichts verstanden

Natürlich wird es Stimmen geben, die 11,5 Gramm Kokain als Lappalie abtun. Die sollen erklären, warum sich Anwohner vor Schlägereien fürchten mussten. Hier wurde nicht nur konsumiert, sondern auch getauscht: Fahrräder und E-Scooter ungeklärter Herkunft wechselten den Besitzer – ein Wohngebiet als Hehlerlager und der Abhängige als Beschaffungskrimineller. Das Geschäft lebt von der Not und von der Dummheit derer, die wegsahen.

Drogendealer sind keine modernen Robin Hoods. Sie sind Schädlingsunternehmer, die an der Zerbrechlichkeit anderer verdienen. Die Polizei hat in Estepona richtig gehandelt. Aber der Staat hätte nicht erst eingreifen dürfen, nachdem die Gegend zum offenen Vollzug geworden war. Prävention wäre die Aufgabe gewesen – und eine Politik, die ein Drogenherd im Wohngebiet nicht erst dann zur Kenntnis nimmt, wenn Beschwerden nicht mehr zu überhören sind.

Der Rechtsstaat muss keine Liebhaber haben

Wer in einer offenen Drogenhöhle das geringere Übel sieht, verkennt die Logik: Toleranz erzeugt nicht Freiheit, sondern Folgen. Städte wie Estepona müssen sich nicht nur schön reden, sondern sicher anfühlen. Das gelingt nicht mit politischer Gelassenheit, sondern mit hartnäckiger Konsequenz. Ich sage: Wehret den Anfängen – und zwar bevor der Orchideenpark zur Kulisse einer offenen Drogenszene wird.

Quelle: Axarquia Plus – Desarticulado un narcopiso en Estepona


Quelle: axarquiaplus.es

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