Die digitale Stadtinspektion: KI erfasst Straßenzustand

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Estepona

Die digitale Stadtinspektion: KI erfasst Straßenzustand

von Clara Weber

Ein Spezialfahrzeug ist durch die Straßen gerollt und hat etwas geschaffen, was Bürgermeister Blas Ruzafa als eine Art “Röntgenbild der Stadt” bezeichnet. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, handelt es sich um eine erstmalige, umfassende Bestandsaufnahme der Verkehrswege mithilfe von 360-Grad-Kameras und künstlicher Intelligenz (KI).

Vom Blick auf die Straße zum digitalen Zwilling

Das Projekt geht über eine reine Straßenanalyse hinaus. Es generiert eine vollständige digitale Plattform, die ähnlich wie Google Street View funktioniert, aber deutlich tiefergehende Informationen liefert. “Der Rathaus kann auf aktualisierte 360-Grad-Aufnahmen zugreifen und detaillierte Daten zum realen Zustand seiner Infrastruktur und städtischen Anlagen abrufen”, erklärt José Ruiviejo, CEO des beauftragten Unternehmens Fisotec. Erfasst werden neben dem Straßenbelag auch öffentliche Beleuchtung, Verkehrsschilder, Markierungen und andere urbane Elemente – alles georeferenziert in einem visuellen Inventar.

Die KI ist der entscheidende Faktor für die Effizienz. Sie wertet die gesammelten Bild- und Datensätze automatisch aus, klassifiziert Schäden und bewertet deren Dringlichkeit. “Bisher waren Vor-Ort-Inspektionen und Probebohrungen nötig, um das tatsächliche Schadensausmaß zu bestimmen”, sagt der städtische Techniker Xavier Witmeur. “Mit dieser Technologie können wir die verschiedenen Arten von Schäden automatisch identifizieren und einordnen, ihren Schweregrad erkennen und schneller sowie zielgerichteter handeln.”

Grundlage für gezielte Millionen-Investitionen

Das primäre Ziel ist eine datengestützte und objektive Priorisierung von Instandhaltungsmaßnahmen. Die detaillierte Analyse soll verhindern, dass Ressourcen nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden, und stattdessen die dringendsten Abschnitte zuerst angegangen werden. Diese Planungssicherheit ist laut der Stadtverwaltung essenziell für ein konkretes, anstehendes Großprojekt: die Erstellung eines neuen kommunalen Asphaltplans für 2026 mit einem geschätzten Volumen von sieben Millionen Euro.

Mit der Einführung dieses Systems setzt Estepona auf präventive und technologiegestützte Stadtverwaltung. Die KI-gestützte Inspektion soll langfristig einen effizienteren und an den tatsächlichen Bedarf angepassten Unterhalt der Infrastruktur ermöglichen.


Quelle: azcostadelsol.com

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