
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ein Denkmal zwischen Schutz und Abriss
Ein Tag, zwei gegensätzliche Beschlüsse
An einem einzigen Donnerstag trafen zwei Behörden entgegengesetzte Entscheidungen über das gleiche Objekt: Während der Stadtrat von Palma eine Änderung des Flächennutzungsplans beschloss, um das Monument von Sa Feixina unter Denkmalschutz zu stellen, gab die Zentralregierung bekannt, es in das Verzeichnis "Symbole und Elemente, die der Demokratischen Erinnerung entgegenstehen" aufzunehmen – mit dem Ziel der Entfernung aus dem öffentlichen Raum.
Das Denkmal wurde 1948, mitten in der Franco-Diktatur, errichtet. Es sollte an die fast 800 aufständischen Kämpfer erinnern, die beim Untergang des Kriegsschiffes "Baleares" im März 1938 starben. Dieser Untergang war das Ergebnis eines Gefechts mit der republikanischen Flotte, wie aus historischen Berichten hervorgeht.
Die Argumente der Befürworter und Gegner
Für die Vereinigung Memòria de Mallorca ist die Aufnahme in das besagte Verzeichnis ein "sehr wichtiger Schritt nach vorn". Die Gruppe setzt sich seit Jahren für den Abriss ein und sieht in der Entscheidung Madrids nun eine neue rechtliche Grundlage, um gerichtlich auf eine endgültige Demontage hinzuwirken. Eine Stadträtin von Unidas Podemos brachte die emotionale Ladung des Themas auf den Punkt: Jeder Stein des Monuments spreche von einer Diktatur, die Terror gesät habe.
Auf der anderen Seite verweist der für Stadtplanung zuständige Stadtrat, Óscar Fidalgo, auf die Gerichte. Der Oberste Gerichtshof der Balearischen Inseln (TSJIB) habe sich bereits für den Erhalt ausgesprochen, da eine aktive Verherrlichung der Diktatur nicht mehr feststellbar sei. Er erinnerte an eine von der damaligen sozialistischen Bürgermeisterin Aina Calvo im Jahr 2010 vorangetriebene "Umdeutung" des Ortes, die von den Gerichten anerkannt wurde. "Wenn die Gerichte sprechen, hört verantwortungsvolle und seriöse Politik zu und handelt danach", so sein Fazit.
Der Sprecher der konservativen Partei Vox griff die Debatte scharf an und warf der Linken einen "sektiererischen Eifer wie bei Talibanen" vor. Er dankte der Bürgerinitiative, die sich gegen eine Entfernung des als schützenswert eingestuften Gutes wehrt.
Der größere Kontext der "Demokratischen Erinnerung"
Die Entscheidung der Zentralregierung basiert auf einem Bericht einer technischen Kommission. In einer Mitteilung des zuständigen Ministeriums heißt es, das Monument müsse als Teil des "Kults um die Gefallenen" verstanden werden, einer der wichtigsten und beständigsten symbolpolitischen Maßnahmen des Franco-Regimes. Dieser Kult sei ausschließlich den franquistischen Toten gewidmet gewesen, ohne jede Absicht der Versöhnung oder Erwähnung der republikanischen Opfer. Die Glorifizierung dieser Toten habe den Krieg als notwendige "Kreuzzug"-Rettungstat für Spanien legitimiert und die Gewalt gegen den Feind gerechtfertigt.
Die Stadträtin von MÉS per Palma sah in dem Schutzbeschluss für Sa Feixina kein isoliertes Ereignis. Sie verband ihn mit anderen jüngsten Vorkommnissen und sprach vom März als dem Monat der "Kreuzzüge gegen die Erinnerung". Für sie zeigen solche Handlungen Risse im demokratischen Geist der Regierungskoalition auf.
Ein Konflikt, der vor Gericht weitergehen wird
Während die einen das Ende des Monuments ("Sa Feixina wird fallen") prophezeien, betonen die anderen die Rechtskraft gerichtlicher Urteile. Damit ist klar: Der Streit um dieses Stück Stein ist noch lange nicht beendet. Er wird von den politischen Bühnen in die Gerichtssäle verlagert und spiegelt dort die anhaltende gesellschaftliche Spaltung im Umgang mit dem diktatorischen Erbe Spaniens wider.
Quelle: Berichte des Stadtrats von Palma und des spanischen Ministeriums für Demokratische Erinnerung.