Bilbao erobert die Filmwelt

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Bilbao

Bilbao erobert die Filmwelt

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein neuer Meilenstein in der Geschichte des audiovisuellen Sektors: Mit der internationalen Präsentation der Serie „Kill Jackie" in Bilbao hat das Baskenland seine Position als Drehort nachhaltig gestärkt. Catherine Zeta-Jones und das Produktionsteam feierten die Premiere im Palacio Euskalduna – und lieferten damit den Beweis, dass Bilbao längst zur ersten Liga der Filmstädte aufgestiegen ist.

Ein Wirtschaftsfaktor mit Multiplikatoreffekt

Die nüchternen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 258 Millionen Euro wirtschaftlicher Impact in der Region Bizkaia, entstanden durch Dreharbeiten, die sich über 15 Gemeinden erstreckten. Die Hälfte des Teams bestand aus lokalen Fachkräften – ein Beleg dafür, dass diese Produktion nicht nur Geld in die Region spült, sondern auch Know-how aufbaut. Laut Diputada General Elixabete Etxanobe hat sich jeder investierte Euro um das Neunfache vervielfältigt – ein Wert, der in der Filmförderung alles andere als selbstverständlich ist.

Bürgermeister Juan Mari Aburto spricht von einem „kollektiven Erfolg" und verweist auf die jahrelange Zusammenarbeit zwischen Stadt und Provinzverwaltung. Die Bilbao Bizkaia Film Commission arbeitet im Hintergrund, doch ihre Wirkung ist messbar. Die Strategie: nicht nur auf große Produktionen setzen, sondern die ganze Region einbinden. Das unterscheidet Bilbao von anderen Drehorten, die oft auf das urbane Zentrum fokussiert bleiben.

Die Kröten der Dreharbeiten

Natürlich gibt es auch Kritiker, die auf die Belastungen für Anwohner hinweisen. Aburto räumt ein, dass Straßensperrungen und Logistik den Alltag vorübergehend erschweren können. Doch er kontert geschickt: Der Nutzen überwiegt bei weitem – nicht nur ökonomisch, sondern auch kulturell. Die Serie, basierend auf Nick Harkaways Roman „The Price You Pay", wird weltweit vermarktet und dürfte Bilbao als Stadt der Kreativität weiter in den Fokus rücken.

Die Hauptdarstellerin selbst schwärmt von der Region: „Die Leute, die Kultur, das Essen – man fühlt sich wie ein willkommener Bewohner, nicht wie ein Besucher." Solche Aussagen sind Gold wert für die Standortwerbung. Produzent José Luis Escolar betont, dass Bilbao „extrem attraktiv" sei – jeder Bildausschnitt biete genug visuelle Information, um Geschichten glaubwürdig zu tragen.

Ein Modell für die Zukunft

Könnte man einwenden, dass solche Produktionen nur Einmal-Events sind? Die Verantwortlichen sehen das anders. Sie haben verstanden, dass sich eine langfristige Politik der Filmförderung auszahlt, und wollen den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen. Wie Europa Press berichtet, bleibt abzuwarten, ob weitere Großproduktionen folgen. Die Weichen sind zumindest gestellt – und Bilbao hat gezeigt, dass es nicht nur Träume verkaufen kann, sondern auch handfeste wirtschaftliche Realität schafft.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Bilbao & Baskenland