
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Beton schwappt über Gehweg bei umstrittener Luxus-Sanierung
Zwischenfall stoppt Baufortschritt
Gerade erst hatte der Bauherr grünes Licht bekommen und die Arbeiten wieder aufgenommen – da sorgte ein kleines technisches Malheur für eine große Sauerei: Bei Sanierungsarbeiten an einem Gebäude in der Straße 31 de Desembre in Palma ist am Mittwoch Beton ausgelaufen und hat sich über mehrere Meter des Bürgersteigs ergossen. Nach Informationen des Diario de Mallorca brach ein Schlauch, der das flüssige Baumaterial transportierte. Die Arbeiten mussten vorübergehend eingestellt werden, während Bauarbeiter mit Schaufeln versuchten, die Masse zu entfernen, bevor sie aushärten konnte.
Restaurantzugang blockiert
Die Auswirkungen des Übertritts waren konkret spürbar: Der Beton floss bis zum Eingang des benachbarten japanischen Restaurants „Rainbow“ und versperrte Mitarbeitern vorübergehend den Zugang zu ihrem Lokal. Auch ein Verkäufer der spanischen Soziallotterie ONCE musste seinen Stand an der Straße überstürzt verlassen. Personen- oder Sachschäden entstanden nach aktuellem Stand jedoch nicht.
Hintergrund: Langer Streit um Denkmalschutz
Der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf ein Bauprojekt, das seit Monaten für Diskussionen sorgt. In dem Gebäude, entworfen vom palmesischen Architekten Gaspar Bennazar, sollen 15 Luxuswohnungen entstehen. Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung sogar eine Abrissgenehmigung für das gesamte Gebäude erteilt, was Proteste von Denkmalschützern auslöste.
Die Kommission für historische Stadtkerne stoppte den Vollabriss schließlich im April und machte die Genehmigung zur Bedingung, die originale Fachada von Bennazar zu erhalten. Erst diese Auflage ermöglichte die Fortführung des Projekts. Der Vorfall mit dem Betonaustritt zeigt, wie sensibel die Situation vor Ort nach der monatelangen Blockade ist. Laut dem für Stadtplanung zuständigen Stadtrat, Óscar Fidalgo, sah die Inselverwaltung zwar keine ausreichenden Gründe für eine vollständige Unterschutzstellung, doch die Fassade wurde als erhaltenswert eingestuft.
Die Bauarbeiter haben den Gehweg mittlerweile wieder gereinigt. Ob der Zwischenfall weitere Verzögerungen im ohnehin schon verzögerten Bauzeitplan nach sich zieht, bleibt abzuwarten.