Banderas: "Ein Opfer von Gottes Zauber"

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Banderas: "Ein Opfer von Gottes Zauber"

von Clara Weber

Kunst als Gegengift zur Gewalt

In einer emotionalen Ansprache vor Papst Leo XIV. bekannte sich der Schauspieler Antonio Banderas tief zum Glauben. Bei einem Treffen mit Vertretern aus Kultur, Kunst, Wirtschaft und Sport im Movistar Arena erklärte der Málaga-bornige Star laut Berichten der Veranstaltung: “Ich stehe heute hier und bekenne, ein Opfer des Zaubers Gottes geworden zu sein.” Der Rahmen des Events trug den Titel “Netzwerke knüpfen mit der Welt der Kultur, der Kunst, der Wirtschaft und des Sports”.

Banderas verknüpfte dieses persönliche Bekenntnis mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für die gesellschaftliche Rolle der Kunst. “Die Kunst muss eine Alternative zur Gewalt sein. Zu aller Gewalt”, sagte er und erhielt dafür starken Applaus des Publikums. Die Beziehung zwischen Kirche und Kunst sei “bestimmend” gewesen, so Banderas weiter, und die Kirche sei “die größte Kunstproduzentin der Menschheit” gewesen.

Brücke zwischen Glaube, Kunst und Kritik

Der Schauspieler bezog sich auf sein aktuelles Projekt, das Musical “Godspell” – was übersetzt “Der Zauber Gottes” bedeutet –, das er kürzlich inszeniert hat. Dies führte ihn zu seiner Kernaussage. Für Banderas ist Kunst jedoch nicht nur Schönheit, sondern auch “Frage, Reflexion, Kontrast und Revolution”. Sie sei eine warnende Stimme für Gesellschaften, die sich an Ungerechtigkeit gewöhnt hätten. “So wie Christus selbst es tat, muss der Künstler mit Mut handeln und nicht aufhören, eine kritische Instanz für die Gesellschaft, für die Kunst selbst und für die Religion zu sein”, forderte er.

Auch zur aktuellen Debatte um Künstliche Intelligenz äußerte er sich: In einer fragmentierten Welt helfe die Kunst dabei, die Tiefe und die Seele zurückzugewinnen, welche die KI zu “stehlen” versuche.

Persönliche Wurzeln in Andalusien

Banderas, der seit Jahren aktiv in der Semana Santa seiner Heimatstadt Málaga mitwirkt und als Mayordomo der Bruderschaft Lágrimas y Favores am Palmsonntag Prozessionen begleitet, erinnerte sich an die Feiern seiner Kindheit mit seiner Mutter, die Saetas (andalusische Bußgesänge) und die suchende Haltung der Menschen. Für ihn ist Christus ein “Ikone des Friedens, der Liebe und des Opfers, umgeben von einem unerschöpflichen Mysterium”.

Zum Abschluss seiner Rede machte er eine Verbindung zum Augustinerorden, dem der Papst angehört. Er zitierte den Heiligen Augustinus mit den Worten: “Ihr sagt, die Zeiten seien schlecht. Seid ihr besser, und die Zeiten werden besser. Ihr seid die Zeit.” Nach seinem Vortrag schüttelte Banderas dem Papst die Hand, tauschte einige freundliche Worte mit ihm aus und erhielt ein Geschenk von ihm.


Quelle: 20minutos.es

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