
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Asturien-Preise: Von Messi bis zur Raumstation
46. Auflage mit internationaler Strahlkraft
Am Freitag werden im Teatro Campoamor in Oviedo die diesjährigen Prinzessin-von-Asturien-Preise verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung seit Jahrzehnten herausragende Leistungen in acht Kategorien – von Kunst über Wissenschaft bis hin zu sozialem Engagement. In diesem Jahr gingen 363 Bewerbungen aus 67 Ländern ein, nur eine Handvoll davon wurde berücksichtigt.
Wie die Nachrichtenagentur EFE berichtet, ist die Veranstaltung längst zu einem Fixpunkt im kulturellen Kalender Spaniens geworden. Was viele nicht wissen: Die Preisverleihung geht auf eine Initiative aus den 1980er-Jahren zurück, als die damalige Kronprinzessin Elena die Schirmherrschaft übernahm. Heute trägt die Auszeichnung den Namen ihrer Nichte, Prinzessin Leonor.
Punk-Ikone und japanische Animationskunst
In der Kategorie Kunst setzte sich die amerikanische Musikerin Patti Smith durch. Die 78-Jährige, die als „Patin des Punk" gilt, wird für ihr Lebenswerk geehrt – insbesondere für ihre Fähigkeit, Poesie und Rockmusik zu verbinden. Ihr Debütalbum „Horses" von 1975 gilt bis heute als Meilenstein. Die Jury hob in ihrer Begründung hervor, dass Smith den rebellischen Geist einer Generation in zeitlose Songs gegossen habe.
Der Kommunikations- und Geisteswissenschaftspreis geht in diesem Jahr an das japanische Studio Ghibli. Das 1985 gegründete Animationsstudio um Regisseur Hayao Miyazaki hat mit Filmen wie „Chihiros Reise ins Zauberland" weltweit Millionen Zuschauer verzaubert. Zwei Oscars und eine Ehrenpalme aus Cannes sprechen für sich. Fachleute sehen in der Wahl auch eine Anerkennung für die kulturelle Brückenfunktion des japanischen Films.
Durchbruch in der Genforschung
Für ihre bahnbrechenden Arbeiten zur schnellen DNA-Sequenzierung werden die Briten David Klenerman und Shankar Balasubramanian sowie der Franzose Pascal Mayer ausgezeichnet. Ihre Technologie ermöglicht es, Erbgut in Rekordzeit und zu erschwinglichen Preisen zu entschlüsseln – eine Grundlage für personalisierte Medizin und die schnelle Identifizierung neuer Virusvarianten, wie sie während der Corona-Pandemie eine zentrale Rolle spielte.
Interessant ist die Vorgeschichte: Was als Grundlagenforschung an der Universität Cambridge begann, wurde zur kommerziellen Erfolgsgeschichte – die ausgegründete Firma ist heute einer der wichtigsten Anbieter von Sequenzierungsgeräten weltweit.
Schutz für die Artenvielfalt
Der Preis für internationale Zusammenarbeit geht an die globale Saatgutbank auf Spitzbergen. In einem Bergwerk im arktischen Ewigeis lagern dort über eine Million Samenproben – ein Sicherheitsnetz für die Landwirtschaft. Die Anlage, die wie eine Festung gebaut ist, kann selbst einen Atomkrieg überstehen und gilt als „Arche Noah" der Pflanzenwelt. Politisch ist die Wahl ein klares Signal: Auch der Norweger-Stiftung geht es um die Frage der Ernährungssicherheit in Zeiten des Klimawandels.
Historiker und Fußball-Ikone
Der Historiker Timothy Garton Ash, der an der Universität Oxford lehrt, erhält den Preis für Sozialwissenschaften. Der Brite gilt als Vordenker der europäischen Demokratieforschung.
Und dann ist da noch Lionel Messi: Der argentinische Superstar. Der 38-Jährige ist der erste aktive Fußballer, der den Sportpreis erhält. Die Jury begründete dies nicht nur mit seinen acht Weltfußballer-Titeln, sondern auch mit der Arbeit seiner Stiftung, die sich für Kinderbildung und Gesundheit in armen Regionen einsetzt.
Raumfahrt-Pionierin für den Schlussakkord
Als letzte Preisträgerin wurde in diesem Jahr die US-Astronautin Christina Koch angekündigt, die den Concordia-Preis erhält. Die 45-jährige Ingenieurin hält den Rekord für den längsten Weltraumeinsatz einer Frau: 328 Tage verbrachte sie 2019/2020 auf der Internationalen Raumstation ISS. Sie war zudem Teil der ersten rein weiblichen Weltraummission. Der Preis würdigt ihres Beitrags zur Raumfahrt und ihr Engagement für die Förderung von Mädchen in MINT-Fächern.
Die Feierstunde in Oviedo verspricht damit einen würdigen Abschluss eines Jahres, das in Zeiten globaler Krisen zeigt, was menschlicher Erfindergeist und Solidarität bewirken können.
Quelle: 20minutos.es