Andalusien kämpft mit Kampagne gegen Ertrinkungsunfälle

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Andalusien kämpft mit Kampagne gegen Ertrinkungsunfälle

von Jonas Beck

107 Todesfälle als Auslöser für neue Sicherheitsinitiative

Die andalusische Regionalregierung hat eine neue Präventionskampagne zur Vermeidung von Ertrinkungsunfällen gestartet. Hintergrund sind alarmierende Zahlen: Laut dem Institut für Statistik und Kartographie von Andalusien kamen im Jahr 2025 in der Region 107 Menschen durch Ertrinken ums Leben. 74 dieser Unglücke ereigneten sich in natürlichen Gewässern wie Flüssen, Seen und an Stränden. Die Kampagne mit dem Titel „Keine Nachrichten warten – im Wasser sind Unachtsamkeiten Notfälle“ soll diese Zahl drücken.

Kernziel: Risikobewusstsein schärfen und Kultur der Vorsorge etablieren

„Wenn eine Tragödie in den Nachrichten erscheint, ist es bereits zu spät. Deshalb arbeiten wir daran, vorher zu verhindern“, erklärte der kommissarische Minister für Gesundheit, Präsidentschaft und Notfälle, Antonio Sanz, bei der Vorstellung der Maßnahme. Wie die Agentur für Notfälle von Andalusien (EMA) mitteilte, richtet sich die Initiative an Bürger und Besucher gleichermaßen. Sie zielt darauf ab, durch Information und Sensibilisierung eine präventive Haltung zu fördern und lebensrettende Verhaltensweisen zu etablieren. Ein Großteil der Unfälle sei auf Leichtsinn, Selbstüberschätzung oder vermeidbare Unachtsamkeiten zurückzuführen.

Maßnahmenmix aus Ausbau, Technologie und Aufklärung

Die aktuelle Kampagne ist Teil einer seit 2019 laufenden Sicherheitsstrategie. Konkret umfasst diese finanzielle Unterstützung für Kommunen zur Verstärkung von Rettungs- und Wachdiensten, Hilfe bei der Erstellung von Strandsicherheitsplänen sowie Schulungen in Notfallmaßnahmen. Als technische Neuerung wurde die Notfallnetzwerk-Infrastruktur der Regionalregierung (REJA) an Stränden in Málaga und Granada installiert, um die Koordination der Rettungskräfte auch bei fehlendem Mobilfunkempfang zu gewährleisten. Nach Angaben der Regierung verfügen mittlerweile alle Küstengemeinden über aktive Strandschutzpläne.

Die Aufklärungskampagne wird den Sommer über in Medien und sozialen Netzwerken präsent sein. Die EMA stellt zudem Ressourcen wie einen Leitfaden zur Unfallvermeidung, eine Notfallplattform für Bürger und einen Strandkatalog online bereit.

Appell an Eigenverantwortung und konkrete Verhaltensregeln

Ein zentrales Element der Initiative ist der Appell an die persönliche Verantwortung. Die Behörden listen konkrete, lebensrettende Verhaltensweisen auf: die strikte Beachtung der Flaggenbedeutung an Stränden, das Befolgen der Anweisungen von Rettungsschwimmern, die permanente Beaufsichtigung von Kindern sowie den Verzicht auf riskante Aktivitäten im Wasser. Die Social-Media-Kanäle des Notrufs 112 Andalusia werden die Botschaften über die gesamte Saison hinweg verbreiten.

Quelle: Agentur für Notfälle von Andalusien (EMA), Institut für Statistik und Kartographie von Andalusien.


Quelle: axarquiaplus.es

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