
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
44 Jahre Haft für tödliche Raserei
Das Urteil
Die Provinzgericht von Málaga hat einen 26-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von 44 Jahren verurteilt. Die Kammer sprach ihn schuldig eines vollendeten Mordes sowie dreifachen versuchten Mordes. Ein Geschworenengericht hatte den Angeklagten bereits im Februar einstimmig für schuldig befunden, dabei wurden die mildernden Umstände des Geständnisses und der teilweisen Schadenswiedergutmachung anerkannt. Wie die spanische Tageszeitung Málaga Hoy berichtet, stützt sich das Urteil auf eine lückenlose Beweiskette.
Der Tatablauf
Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 15. Mai 2022. Der Verurteilte feierte seinen 26. Geburtstag mit Freunden in einer Diskothek in der andalusischen Hauptstadt. Im selben Lokal befand sich eine weitere Gruppe, die den Geburtstag eines 25-jährigen jungen Mannes feierte, begleitet von zwei Freunden und einer Frau, mit der er gerade eine Beziehung begonnen hatte.
Gegen sechs Uhr morgens verließen beide Gruppen unabhängig voneinander die Diskothek. Vor dem Eingang trafen sie auf eine Schlägerei zwischen anderen Jugendlichen, die mit Glasflaschen aufeinander einschlugen. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung – die genauen Umstände blieben ungeklärt – schlug einer der Beteiligten dem späteren Opfer mit einer Flasche auf den Kopf. Der 25-Jährige fiel bewusstlos auf die Fahrbahn.
Seine beiden Freunde und die junge Frau eilten sofort zu Hilfe. Währenddessen begab sich der Angeklagte mit seiner Gruppe zu einem Fahrzeug, um nach Hause zu fahren. Als der Wagen an der Diskothek vorbeifuhr, hielt einer der Insassen eine Wodkaflasche aus dem Fenster. Ein Unbeteiligter schlug mit einer anderen Flasche dagegen, zerbrach sie und verletzte den Beifahrer im Gesicht – dieser Vorfall hatte keinerlei Verbindung zu der Gruppe, die das bewusstlose Opfer versorgte.
Die fatale Entscheidung
Die Beweisaufnahme ergab, dass der Fahrer trotz einer freien Ausfahrt abrupt wendete, eine 180-Grad-Kehrtwende vollzog und gezielt auf die Helfergruppe zuraste. Der Gerichtshof stellte fest, dass der Angeklagte vorsätzlich und mit Tötungsvorsatz handelte, getrieben von Rachegedanken. Die Opfer hatten keine Chance auszuweichen oder sich zu verteidigen.
Der Aufprall schleuderte die drei Begleiter des Verletzten zur Seite. Das eigentliche Opfer, das noch immer bewusstlos auf der Straße lag, wurde von dem Fahrzeug erfasst und mehr als dreizehn Meter mitgeschleift. Der 25-Jährige erlag noch am Unfallort den massiven inneren Verletzungen.
Die verhängte Strafe von 44 Jahren Haft liegt im oberen Bereich des spanischen Strafrahmens für mehrfachen Mord und reflektiert die besondere Schwere der Tat: einen gezielten, hinterhältigen Angriff auf wehrlose Menschen, die lediglich einem Verletzten helfen wollten.
Quelle: axarquiaplus.es