Sonnenfinsternis: Wolken und Hitze trüben die Sicht

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Sonnenfinsternis: Wolken und Hitze trüben die Sicht

von Jonas Beck

Wetterlage am Tag des Himmelsereignisses

Der staatliche Wetterdienst Aemet hat seine Prognose für den 12. August konkretisiert, den Tag, an dem in Teilen Spaniens die erste totale Sonnenfinsternis seit 114 Jahren zu beobachten sein wird. Laut Vorhersage bleibt das Wetter weitgehend stabil und sehr warm, wobei sich in einigen Regionen Wolken bilden können. Rubén del Campo, Sprecher der Behörde, erklärte in einer wöchentlichen Übersicht, dass der Tag "generell klar" werde, jedoch mit Ausnahmen: Im Kantabrischen Meer und an den südmediterranen Küsten Andalusiens seien Wolken zu erwarten. Zudem könnten sich in den Gebirgsregionen des Nordens und Ostens der Halbinsel Quellwolken entwickeln, begleitet von möglichen isolierten Gewittern in den Östlichen Pyrenäen und der Betischen Kordillere.

Sichtbarkeit durch hohe Wolken und Calima

Die Experten gehen davon aus, dass hohe Wolkenfelder die Beobachtung des Himmelsphänomens in den meisten Fällen nicht vollständig verhindern. Problematischer könnte die tiefe Sonnenposition zum Zeitpunkt der Finsternis sein, da sich störende Bewölkung dann westlich und leicht nördlich der Beobachtungszone befinden dürfte. Zusätzlich könnte leichte Calima – feiner Staub in der Luft – die Sicht im Alborán-Meer, im äußersten Süden Andalusiens sowie auf Lanzarote und Fuerteventura beeinträchtigen.

Temperaturanstieg und nächtliche Tropen

Die Temperaturen werden am Mittwoch in weiten Teilen des Landes ansteigen. Laut Del Campo sollen Städte wie Palma oder Málaga nachts nicht unter 25 Grad fallen. Tagsüber werden verbreitet mehr als 36 Grad erwartet, abgesehen von Küstenregionen. In der Nordost-, Zentral- und Südhälfte der Halbinsel sowie auf Mallorca sind sogar 38 bis 40 Grad möglich, in den Tälern von Ebro, Tajo, Guadiana und Guadalquivir könnte das Thermometer die 40-Grad-Marke überschreiten.

Die totale Phase der Sonnenfinsternis findet zwischen 20:00 und 21:00 Uhr statt, wenn die Temperaturen bereits um zwei bis fünf Grad von ihren Tageshöchstwerten gesunken sind. Del Campo betonte, dass der Effekt der vollständigen Verdunkelung durch den Mond – der nur etwas mehr als eine Minute andauert – auf die Lufttemperatur kaum spürbar sein werde. Grund dafür sei die kurze Dauer sowie der späte Zeitpunkt, zu dem die Sonneneinstrahlung ohnehin an Intensität verliere.

Extrem hohe Waldbrandgefahr

Die Meteorologen warnen für den Tag der Finsternis vor einer "sehr hohen bis extremen" Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Landes. Besonders betroffen sind das Landesinnere von Galicien, Kastilien-León, Aragonien und Katalonien sowie einige Gebiete der südlichen Landeshälfte. Del Campo rief zu besonderer Vorsicht bei Ausflügen ins Freie auf, da ein entstehendes Feuer nur schwer unter Kontrolle zu bringen wäre. Bereits in den Tagen zuvor steigt der Waldbrandindex im Norden der Halbinsel deutlich an.

Unbeständiger Wochenstart, Abkühlung zum Wochenende

Der Montag bringt laut Aemet die instabilste Wetterlage der ersten Wochenhälfte: Örtlich kräftige Schauer und Gewitter im Osten der Halbinsel, insbesondere im Süden Aragoniens, in der Valencianischen Gemeinschaft, im Osten Kastilien-La Manchas und im Landesinneren der Region Murcia. Der Dienstag wird stabiler, bleibt aber im Osten wechselhaft. An der Mittelmeerküste steigen die Temperaturen, tropische Nächte mit mindestens 25 Grad sind in Barcelona, Valencia oder Málaga möglich.

Am Donnerstag wird es noch heißer, bevor am Freitag eine Wetteränderung einsetzt. Die Modelle deuten auf einen Temperaturrückgang hin, der sich übers Wochenende fortsetzen und die Hitzewelle mildern könnte. Die Prognose für diesen Zeitraum sei jedoch mit Unsicherheiten behaftet, so der Sprecher.


Quelle: 20minutos.es