Würdevolles Sterben im Eigenheim

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Würdevolles Sterben im Eigenheim

von Jonas Beck

Eine Frau mit metastasiertem Krebs in fortgeschrittenem Stadium steht vor ihrer letzten Lebensphase – unter Umständen, die medizinisch und menschlich unzureichend sind. Die Familie hatte zuvor ihre Wohnung in Vélez-Málaga verloren und lebt seither in einem notdürftig ausgestatteten Haus auf einem Streugehöft in Alcaucín. Das Gebäude, das ein Bekannter zur Verfügung stellte, weist erhebliche Mängel auf: Es besitzt keine angemessene Heizung, die Wände sind feucht, die sanitären Anlagen unzureichend. Für eine Schwerstkranke, die rund um die Uhr Betreuung benötigt, ist diese Umgebung nicht geeignet.

Chronik einer sozialen Notlage

Der gesundheitliche Zustand der Frau hat sich in den vergangenen Monaten rapide verschlechtert. Wie die örtliche Caritas der Pfarrei San Antonio de Padua in Vélez-Málaga mitteilt, leidet sie an einem weit fortgeschrittenen metastasierenden Karzinom. Die bisherige Unterkunft – eine ehemalige Ferienhütte ohne festen Strom- und Wasseranschluss – machte eine würdevolle Pflege praktisch unmöglich. Die Familie, bestehend aus der Patientin und zwei erwachsenen Angehörigen, war nach dem Verlust ihrer Mietwohnung in der Stadt auf die provisorische Lösung angewiesen.

Die Caritas-Verantwortliche Silvia Gálvez beschreibt die Lage als dringlich: „Die Priorität ist es, die Frau nach Vélez-Málaga zu holen, wo sie in der Nähe ihrer Verwandten sein kann und bessere Bedingungen vorfindet.“ Diese räumliche Nähe sei nicht nur praktisch, sondern auch psychologisch entscheidend, da die verbleibende Zeit im Kreise der Familie verbracht werden soll.

Renovierung als Gemeinschaftsprojekt

Die Wende kam, als eine andere Familie ein Haus in Vélez-Málaga zur Verfügung stellte. Das Gebäude steht leer, ist jedoch bewohnbar – nach Abschluss dringender Renovierungsarbeiten. Die Liste der erforderlichen Maßnahmen liest sich nüchtern: Risse in den Wänden schließen, veraltete Installationen ersetzen, ein Bad behindertengerecht umbauen, die Räume streichen und grundlegende Möbel beschaffen.

In den vergangenen Wochen hat sich eine informelle Solidaritätskette gebildet. Handwerker aus der Nachbarschaft bieten unentgeltlich Maurer- und Malerarbeiten an, andere spenden Möbel oder kleine Geldbeträge. Die Caritas koordiniert die Einsätze und stellt sicher, dass keine Doppelarbeit entsteht. „Der Rückhalt in der Bevölkerung ist außergewöhnlich“, bilanziert Gálvez. „Jeder hilft nach seinen Möglichkeiten – sei es mit Arbeitskraft, Material oder finanziellen Beiträgen.“

Herausforderungen des Wohnungsmarkts

Der Fall ist kein Einzelfall in der Axarquía, einer Region mit angespanntem Wohnungsmarkt. Steigende Mieten und ein Mangel an Sozialwohnungen treffen insbesondere Menschen in prekären Lebenslagen. Die Caritas weist darauf hin, dass viele Familien nach einem Jobverlust oder einer schweren Erkrankung binnen weniger Monate ihre Wohnung verlieren. „Wir sehen immer wieder, wie schnell jemand in die Obdachlosigkeit abrutschen kann“, so Gálvez. Die jetzige Aktion solle auch darauf aufmerksam machen, dass systematische Lösungen nötig seien – etwa kommunale Notwohnungen oder Mietzuschüsse für Schwerkranke.

Ausblick und Aufruf

Die Arbeiten an dem neuen Haus sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen sein. Der genaue Zeitplan hängt von der Verfügbarkeit freiwilliger Helfer ab. Die Familie hat sich in einer kurzen Stellungnung bei allen Unterstützern bedankt. „Diese Geste gibt uns die Kraft, die letzten Monate mit der Gewissheit zu verbringen, dass wir nicht allein sind“, heißt es in dem Schreiben.

Interessierte können sich an die Caritas der Pfarrei San Antonio de Padua in Vélez-Málaga wenden oder direkt in der Parroquia vorsprechen. Die Organisation bittet insbesondere um handwerkliche Hilfe und Sachspenden wie Betten, einen Kühlschrank und eine Waschmaschine.


Quelle: axarquiaplus.es