80 Lehrer fordern mehr Rückhalt

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

velez-malaga

80 Lehrer fordern mehr Rückhalt

von Clara Weber

Wachsender Frust im Kollegium

Am IES Reyes Católicos in Vélez-Málaga eskaliert die Situation offenbar. Knapp 80 Lehrerinnen und Lehrer haben sich in einem gemeinsamen Schreiben zusammengeschlossen, um auf die aus ihrer Sicht untragbaren Zustände im Schulalltag hinzuweisen. Wie die lokale Nachrichtenplattform AxarquiaPlus berichtet, beklagen die Pädagogen eine anhaltende Verschlechterung des Schulklimas durch das Verhalten einer kleinen Gruppe von Schülern.

Wiederholte Regelverstöße und emotionale Belastung

Die unterzeichnenden Lehrkräfte schildern in dem Dokument, das intern bereits seit Februar diesen Jahres vorliegt, eine Reihe von Vorfällen. Dazu zählen wiederholte Beleidigungen, Einschüchterungen und verbale Auseinandersetzungen mit Lehrpersonal, aber auch respektloses Verhalten in Klassenräumen und auf dem Schulgelände. Die anhaltende Belastung hinterlasse Spuren: Viele Kollegen litten unter Stress und Angstzuständen, die direkt auf die tägliche Konfrontation mit den Störungen zurückgehen.

Bisherige Maßnahmen zeigen kaum Wirkung

Das Kollegium betont, dass weder die Schulleitung noch das Lehrpersonal tatenlos zugesehen hätten. Man habe in den vergangenen Jahren diverse pädagogische und restaurative Maßnahmen ergriffen. Dazu gehörten spezielle Förderprogramme für schwierige Schüler, die Teilnahme am sogenannten Programm zur sozioedukativen Betreuung in sozialen Brennpunkten (ZTS) sowie die Einrichtung separater Lerngruppen. Auch die Schulleitung wird ausdrücklich für ihren unermüdlichen Einsatz gelobt, stets nach erzieherischen Alternativen zu suchen, bevor drastischere Sanktionen verhängt werden.

Doch all diese Bemühungen, so die Unterzeichner, seien nicht ausreichend, um die hartnäckigen Verhaltensmuster einiger weniger Schüler zu durchbrechen. Viele Vorfälle beeinträchtigten den regulären Unterrichtsablauf massiv.

Forderung nach schnelleren Disziplinarverfahren

Ein zentraler Kritikpunkt der Lehrkräfte ist die schleppende Bearbeitung von Disziplinarverfahren. Die derzeitigen Prozesse seien zu langsam, sodass Konsequenzen oft erst eintreten, wenn sie ihre erzieherische und präventive Wirkung längst verfehlt hätten. Die Lehrer fordern daher von der Bildungsinspektion mehr Rückhalt. Konkret wünschen sie sich die Möglichkeit, bei besonders schwerwiegenden Fällen schneller und unbürokratischer handeln zu können – selbstverständlich im Rahmen der geltenden Rechtsordnung.

Appell an die Bildungsbehörden

Das Schreiben richtet sich nicht nur gegen die unmittelbaren Probleme im Klassenzimmer. Es ist auch ein grundsätzlicher Appell an die politisch Verantwortlichen. Die Lehrer vermissen die nötige institutionelle Unterstützung, um die Ordnung im Schulalltag aufrechterhalten zu können. Sie fordern klarere rechtliche Werkzeuge und mehr Personal, um die Sicherheit und das Wohlbefinden der gesamten Schulgemeinschaft zu gewährleisten – also auch jener Schüler, die sich an die Regeln halten und unter den Störungen leiden.

Bislang hat die zuständige Delegation für Bildungsentwicklung und Berufsbildung der andalusischen Regierung keine offizielle Stellungnahme zu dem Vorfall abgegeben.


Quelle: axarquiaplus.es