Lehrer fordern mehr Rückhalt

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

velez-malaga

Lehrer fordern mehr Rückhalt

von Clara Weber

Eskalation trotz Präventionsarbeit

Am IES Reyes Católicos in Vélez-Málaga herrscht dicke Luft. Fast 80 Lehrerinnen und Lehrer haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an die Öffentlichkeit gewandt. Darin schildern sie eine sich zuspitzende Situation im Zusammenleben an der Schule. Die Probleme gehen von einer kleinen Gruppe von Schülern aus, die wiederholt gegen die Schulordnung verstoßen sollen.

Wie AxarquiaPlus berichtet, hat das Kollegium den Brief bereits am 10. Februar 2026 verfasst, doch erst jetzt, kurz vor den Sommerferien, wurde er über verschiedene Medien verbreitet. Bislang liegt keine offizielle Stellungnahme der zuständigen Delegation für Bildungsentwicklung und Berufsbildung vor.

Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus

Die Unterzeichner betonen, dass Schulleitung und Lehrkräfte in den vergangenen Jahren viel unternommen haben, um die Lage in den Griff zu bekommen. Dazu zählen spezielle Fördermaßnahmen für auffällige Schüler, die Teilnahme am Programm für sozialpädagogische Betreuung in benachteiligten Zonen (ZTS), eigens eingerichtete Kleingruppen sowie Fortbildungen für das Personal. Die Arbeit der Schulleitung bezeichnen die Lehrer als intensiv und kontinuierlich. Dennoch habe all dies nicht ausgereicht, um bestimmte Verhaltensweisen zu stoppen.

Im Einzelnen werden Vorfälle von Regelmissachtung, Beleidigungen, Einschüchterungen und verbalen Auseinandersetzungen mit Lehrkräften genannt. Auch in Klassenzimmern und auf dem Schulhof komme es zu unangemessenen Handlungen. Der daraus resultierende Druck habe bei einem Teil des Kollegiums zu Stress und Angstzuständen geführt. Leidtragende seien nicht nur die Pädagogen, sondern auch die gesamte Schulgemeinschaft – insbesondere die Schüler, die sich an die Regeln halten, und deren Familien.

Forderung nach schnelleren Disziplinarverfahren

Ein zentraler Kritikpunkt ist die aus Sicht der Lehrer zu langsame Bearbeitung von Disziplinarverfahren. Die Konsequenzen für Fehlverhalten kämen oft zu spät, um noch erzieherisch zu wirken. Die Lehrkräfte wünschen sich ein stärkeres Engagement der Schulaufsichtsbehörde (Inspección Educativa) und die Möglichkeit, in schwerwiegenden Fällen schneller vorläufige Maßnahmen ergreifen zu können – selbstverständlich im Rahmen der geltenden Gesetze.

Am Ende des Schreibens steht die zentrale Bitte: mehr institutionelle Rückendeckung für Lehrer und Schulleitungen, die mit solchen Konflikten konfrontiert sind. Nur mit wirksamen Werkzeugen lasse sich ein respektvolles Miteinander und ein normaler Unterrichtsbetrieb sicherstellen.


Quelle: axarquiaplus.es