Wi-der-sprü-che um Handy-Clo-ning

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

Wi-der-sprü-che um Handy-Clo-ning

von Clara Weber1 Min. Lesezeit

Erneute Durchsuchung von Serranos Mobiltelefon

Die spanische Justiz hat ein bemerkenswertes Verfahren eingeleitet: Am Nationalen Gerichtshof in Madrid musste der frühere Top-Beamte Juan Manuel Serrano sein Smartphone erneut vorlegen. Die Behörden planen, die Daten ein zweites Mal zu spiegeln, nachdem die erste Aktion aus formalen Gründen angefochten wurde. Wie Rechtsexperten bestätigen, ist dies ein ungewöhnlicher Schritt, der die Sorgfaltspflicht der Behörden unterstreicht.

Widerstand gegen die erste Durchsuchung

Der ehemalige enge Vertraute von Regierungschef Pedro Sánchez hatte sich zuvor gegen die Art und Weise der ersten Beweissicherung gewehrt. Der Vorwurf: Die Beamten der elitären Polizeieinheit UCO hätten das Gerät Anfang des Jahres ohne ausreichende Rechtsgrundlage ausgewertet, als der heutige Beschuldigte noch nicht einmal als solcher geführt wurde. Juristisch sei das Vorgehen fragwürdig, schließlich hätten er selbst und auch sein Anwalt niemals die Gelegenheit gehabt, das Vorgehen zu beobachten oder zu überwachen.

Der Kern des Skandals

Die Verwicklung von Serrano wiegt schwer: Er steht im Zentrum des Ermittlungskomplexes um die ehemalige Politikerin Leire Díez. Die beiden sollen sich nach Erkenntnissen der Ermittler abgesprochen haben, um Ermittlungsverfahren zu beeinflussen und kritische Stimmen im Zusammenhang mit dem PSOE-Parteisitz zu unterdrücken. Darüber hinaus laufen die Ermittlungen in eine völlig andere Richtung: Es geht um Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe öffentlicher Aufträge, namentlich im Fall der spanischen Staatsholding SEPI. Serranos Anwaltsteam hält die Vorwürfe für konstruiert und beschreibt seinen Mandanten als Opfer von Intrigen in einer politisch aufgeladenen Atmosphäre. Sie verweisen auf Ergebnisse der ersten Ermittlungsphase, die angeblich die Unschuld ihres Mandanten belegen. Heute muss eine Kopie des soeben geklonten Telefons in den Händen der Anwälte liegen, die Auswertung dürfte aber noch Monate dauern.


Quelle: 20minutos.es

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