Unwetter über den Balearen: Warnung vor Sturzbächen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Balearische Inseln

Unwetter über den Balearen: Warnung vor Sturzbächen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Vorsicht ist keine Panikmache, sondern Überlebensstrategie

Wieder einmal zeigt sich das Mittelmeer von seiner unberechenbaren Seite. Wer angesichts der Energiekrise und explodierender Preise glaubt, man könne das Wetter einfach ignorieren, der sollte sich die nackten Zahlen der letzten Tage vor Augen führen. Die Niederschläge der vergangenen 48 Stunden haben auf Ibiza 49 Liter pro Quadratmeter gebracht, auf Formentera immerhin 18 Liter. Das ist, wie die Meteorologen nicht müde werden zu betonen, die Hälfte dessen, was statistisch gesehen im gesamten Oktober vom Himmel fällt – nur eben an einem einzigen Wochenende.

Gewitterfront nimmt Kurs auf den Norden

Die Wetterlage bleibt angespannt. Wie die Staatliche Wetteragentur Aemet mitteilt, wurde für den heutigen Sonntag offiziell die gelbe Warnstufe ausgerufen. Betroffen sind die gesamte Insel Menorca sowie der Norden, Nordosten und das Tramuntana-Gebirge auf Mallorca. Zwischen zwölf und zwanzig Uhr müssen die Bewohner dort mit heftigen Schauern und Gewittern rechnen. Die Prognosen sprechen von bis zu 20 Litern Regen pro Quadratmeter innerhalb einer einzigen Stunde – eine Ansage, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Während die Warnungen für Ibiza und Formentera inzwischen wieder aufgehoben wurden, bleibt der Notdienst der Balearen in erhöhter Alarmbereitschaft. Der Plan Meteobal ist aktiv, die Stufe IG-0 wurde ausgerufen.

Die Regeln des gesunden Menschenverstands

Es ist bezeichnend, dass der Notruf 112 in solchen Situationen zu den simpelsten Ratschlägen greifen muss, die man sich vorstellen kann: Türen und Fenster schließen, keine Möbel im Freien stehen lassen, den Keller meiden. Doch die Erfahrung der letzten Unwetter zeigt: Zu viele Menschen unterschätzen die Gewalt des Wassers. Wer meint, schnell noch den Grill oder das Gartenmobiliar retten zu müssen, während die Fluten kommen, spielt russisches Roulette mit dem eigenen Leben.

Die Botschaft der Behörden ist glasklar: Bei drohender Überschwemmung den Strom abschalten, die unteren Stockwerke räumen und sich in Sicherheit bringen. Auf den Straßen gilt: Tempo runter, Abstand halten, Hauptverkehrswege nutzen statt Abkürzungen durch überflutete Landstraßen zu suchen.

Die Inseln haben in den vergangenen Jahren gelernt, was Klimawandel konkret bedeutet. Wer diese Warnungen ignoriert, handelt fahrlässig – gegenüber sich selbst und gegenüber den Rettungskräften, die am Ende ihr Leben riskieren müssen, um die Unvernunft anderer zu korrigieren.


Quelle: europapress.es

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