Untersuchungshaft nach Angriff auf Migranten

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Inca

Untersuchungshaft nach Angriff auf Migranten

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Haftbefehl nach gewaltsamem Überfall

Die zuständige Ermittlungsrichterin in Inca hat einen Untersuchungshaftbefehl ohne Kaution erlassen. Der Beschuldigte, ein 24-jähriger Marokkaner, steht im Verdacht, gemeinsam mit vier Komplizen drei junge Männer entführt, misshandelt und beraubt zu haben. Die Tat ereignete sich in der Nacht zum Freitag der Vorwoche, als die Opfer in Inca auf der Straße schliefen.

Wie die Justizbehörden der Balearen mitteilten, wurde der Mann bereits am Donnerstag festgenommen und am Samstag dem Haftrichter vorgeführt. Er soll die Tätergruppe angeführt haben, die die 18-jährigen Migranten, die zuvor in einer Einrichtung von Caritas betreut wurden, gewaltsam verschleppte.

Gewaltsame Eskalation mit möglichem Drogenhintergrund

Die Ermittler gehen nach aktuellen Erkenntnissen nicht von einem fremdenfeindlichen Verbrechen aus. Wie mit dem Fall vertraute Quellen berichten, deutet vieles auf eine Abrechnung im Drogenmilieu hin. Die Beamten stützen sich dabei auf die Aussagen der Beteiligten und die Umstände der Tat.

Bei der Festnahme am späten Donnerstagnachmittag entdeckten die Beamten in einer Waldgegend nahe Inca den mutmaßlichen Fluchtwagen. Der Beschuldigte soll gerade dabei gewesen sein, sein Fahrzeug anzuzünden, als die Polizei einschritt. In dem Wagen fanden die Einsatzkräfte mehrere Messer und Blutspuren. Diese Beweismittel wurden sichergestellt und zur weiteren Untersuchung an ein Labor geschickt. Zudem konnten gestohlene Gegenstände der Opfer aufgefunden werden. Die Fahndung nach den übrigen Tatverdächtigen dauert an.

Überfall und anschließende Flucht

Die fünf maskierten Täter waren in zwei Fahrzeugen vorgefahren, als die Opfer in der Nacht auf der Straße schliefen. Mit Schlägen und Tritten zwangen sie die jungen Männer, in die Kofferräume der Autos zu steigen. Anschließend fuhren sie zu einem abgelegenen Gelände außerhalb der Stadt, wo sie die Gefangenen erneut attackierten. Einem der 18-Jährigen wurde mit einem Messer in das Bein gestochen. Den drei Opfern wurden ihre Mobiltelefone, Ausweispapiere und weitere persönliche Gegenstände abgenommen.

Die schwer verletzten jungen Männer ließen die Angreifer schließlich ohne Schuhe und Habseligkeiten an der Autobahn zurück. Dort entdeckte sie Stunden später eine Streife der Verkehrspolizei. Alle drei mussten mit Verletzungen in das Krankenhaus von Inca gebracht werden, darunter ein gebrochenes Nasenbein, mehrere Fingerbrüche und eine Platzwunde am Kopf, die genäht werden musste.

Kritik an fehlender Anschlussunterbringung

Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus erstatteten die Opfer, begleitet von Betreuern der Caritas, Anzeige bei der Guardia Civil. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, um die Hintergründe der Tat restlos aufzuklären.

Der Vorfall beleuchtet jedoch auch ein strukturelles Problem: Die jungen Männer, die bis zu ihrer Volljährigkeit vom Jugendamt betreut wurden, hatten keine Anschlussunterbringung gefunden und mussten im Freien schlafen. Die Hilfsorganisation Caritas wies in diesem Zusammenhang auf die prekäre Lage vieler Migranten hin, die nach dem Verlassen der Schutzeinrichtungen ohne ausreichende soziale Absicherung dastehen. Die Einrichtung forderte die Behörden auf, mehr Ressourcen für die Betreuung dieser jungen Erwachsenen bereitzustellen, um solche Extremsituationen zu verhindern. Die drei Betroffenen werden derzeit in einer Schutzeinrichtung der Caritas versorgt und psychologisch betreut.

Wie die Zeitung "Europa Press" berichtet, bleibt die genaue Beteiligung der einzelnen Tatverdächtigen Gegenstand der laufenden Ermittlungen.


Quelle: europapress.es

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