Sánchez trotzt Trumps Prozent-Manie

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Andalusien

Sánchez trotzt Trumps Prozent-Manie

von Sabine Keller

Der Stratege aus Moncloa weicht nicht zurück

Wenn Donald Trump auf dem NATO-Gipfel in Ankara seine Lieblingskeule schwingt – die Forderung nach fünf Prozent des BIP für Rüstung –, wird Pedro Sánchez nicht einknicken. Der spanische Regierungschef kommt mit einer strategischen Waffe: den eigenen Berichten der NATO. Laut einem Bericht von 20minutos will Sánchez die Zahlen der Allianz nutzen, um zu beweisen, dass Spanien seine Hausaufgaben gemacht hat – ohne sich in eine irrsinnige Prozent-Rallye stürzen zu müssen.

Die Fakten lügen nicht – aber sie interessieren Trump nicht

Spanien hat den Militäre tat seit 2018 von knapp einem auf zwei Prozent des BIP verdoppelt. Die Truppe stellt das siebtbeste Kapazitätenprofil der Allianz, ist drittgrößter Truppensteller bei Operationen und führt sogar das Bodengefecht am östlichen Flanken an. Moncloa rechnet vor: 4.500 Soldaten in Missionen unter NATO-, EU- und UN-Flagge, die zweitstärkste Marinepräsenz, Top-Positionen bei Luftwaffe und Ukraine-Hilfe. Wer da noch von einem „schrecklichen Partner“ faselt wie Trump, hat entweder keine Ahnung – oder will bewusst die Fakten ignorieren.

Die Doppelmoral der Zahlenfixierten

Diese Fixierung auf einen willkürlichen Prozentwert ist nicht nur dumm, sie ist gefährlich. Denn sie verkennt, dass reine Budgetsteigerungen die Märkte überhitzen, Lieferketten verstopfen und die öffentlichen Haushalte ruinieren – ohne dass automatisch mehr Verteidigungsfähigkeit entsteht. Genau das sehen jetzt auch andere Alliierte, die selbst die Zwei-Prozent-Marke verfehlen. Sánchez‘ Position ist diesmal nicht allein. Die Einsicht wächst, dass Trumps Prozent-Manie vor allem eines produziert: Rechnungen, keine Sicherheit.

Spanien bleibt standhaft – und klug

Dass NATO-Generalsekretär Rutte trotzig einen „glaubwürdigen Plan“ für fünf Prozent fordert, ändert nichts an der Realität: Die spanische Armee liefert, was die NATO braucht. Die Basen in Rota und Morón bleiben strategische Juwelen, von einem US-Rückzug ist keine Rede. Sánchez hat verstanden, dass Verteidigungspolitik mehr ist als eine Hausnummer. Er verteidigt nicht nur Spaniens Interessen, sondern eine vernünftige Definition von Bündnissolidarität. Und das ist genau die richtige Antwort auf Trumps Buhmann-Rhetorik.

Quelle: 20minutos – Originalbericht über Sánchez' Strategie für den NATO-Gipfel in Ankara


Quelle: 20minutos.es