
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Spaniens Zukunft: Mehr Einwohner, mehr Alleinlebende
Ein Land im Wandel: Migration stützt Bevölkerungswachstum
Wie das Spanische Nationale Statistikinstitut (INE) in seiner neuesten Projektion bis zum Jahr 2076 darlegt, wird die Bevölkerungsentwicklung des Landes in den kommenden fünf Jahrzehnten von zwei gegenläufigen Trends geprägt sein: einem natürlichen Bevölkerungsrückgang und einem anhaltenden Zuzug aus dem Ausland. Das Ergebnis ist dennoch ein Wachstum von derzeit etwa 48 Millionen auf dann prognostizierte 53 Millionen Einwohner. Dieser Zuwachs sei, so das INE, "ausschließlich" der internationalen Migration zu verdanken. Ohne sie würde die Zahl der Sterbefälle die der Geburten in jedem Jahr des Betrachtungszeitraums übersteigen.
Demografische Verschiebungen: Weniger Geburten, ältere Gesellschaft
Die Geburtenrate wird laut der Projektion nur "leicht" ansteigen. Selbst im günstigsten Szenario würde die Zahl der Kinder pro Frau bis 2040 lediglich von 1,10 auf 1,16 klettern. Infolgedessen wird der Anteil der in Spanien geborenen Bevölkerung von aktuell 79,8 Prozent auf 59,6 Prozent in 50 Jahren schrumpfen. Parallel dazu altert die Gesellschaft deutlich: Der Anteil der über 65-Jährigen steigt von heute 21,1 Prozent auf ein Maximum von 30,9 Prozent im Jahr 2076. Die Lebenserwartung soll bei Männern auf 87 und bei Frauen auf 90 Jahre zulegen.
Die neue Normalität: Das Einpersonenhaushalt
Ein weiterer zentraler Befund der Statistikbehörde betrifft die Lebensformen. Demnach werden Haushalte, in denen nur eine Person lebt, in den nächsten 15 Jahren zur häufigsten Wohnform in Spanien aufsteigen. Ihre Zahl soll bis 2041 um 19,6 Prozent auf 6,7 Millionen anwachsen, was dann 30,6 Prozent aller Haushalte ausmacht. Der durchschnittliche Haushalt schrumpft von 2,49 auf 2,43 Personen. Die Zweipersonenhaushalte, heute noch an der Spitze, werden mit einem Anteil von 30,5 Prozent auf den zweiten Platz verwiesen.
Regionale Unterschiede und eine wachsende Abhängigkeitsquote
Das Bevölkerungswachstum verteilt sich ungleichmäßig über das Land. In den nächsten 15 Jahren erwarten die Statistiker für dreizehn autonome Gemeinschaften Zuwächse und für vier Rückgänge. Die stärksten relativen Anstiege werden für die Valencianische Gemeinschaft (+16,4%), die Balearischen Inseln (+16,2%) und die Gemeinschaft Madrid (+14,4%) prognostiziert. Rückgänge müssen dagegen Extremadura (-4,5%), das Fürstentum Asturien (-1,6%) und Kastilien und León (-1,0%) verkraften. Als Konsequenz der Alterung erreicht die Abhängigkeitsquote – das Verhältnis der unter 16- und über 64-Jährigen zu den 16- bis 64-Jährigen – 2076 mit 73,2 Prozent einen Höchstwert.
Quelle: 20minutos.es