
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Scharfe Töne von der Insel
Scharfe Attacke aus der Opposition
Bei einer Veranstaltung mit Parteimitgliedern in Las Palmas de Gran Canaria hat der Generalsekretär der spanischen Volkspartei (PP), Miguel Tellado, die Handhabung der Hantavirus-Krise durch die Madrider Regierung massiv kritisiert. Im Zentrum der Vorwürfe steht das niederländische Expeditionsschiff MV Hondius, das Anfang der Woche wegen mehrerer Infektionsfälle im Hafen von Santa Cruz de Tenerife festgesetzt worden war.
Tellado, der gemeinsam mit dem Kanaren-Parteichef Manuel Domínguez vor Anhängern sprach, warf der sozialistischen Zentralregierung vor, die Behörden der Autonomen Gemeinschaft bei der Bewältigung des Gesundheitsnotstands übergangen zu haben. Die Regierung von Pedro Sánchez habe die Kanarischen Inseln „wie Dienstboten behandelt“, so der Vorwurf des Oppositionspolitikers.
Vorwurf der gezielten Desinformation
Über die Kritik am Umgangston hinaus erhob Tellado schwerwiegendere Anschuldigungen. Die Regierung habe in der vergangenen Woche bewusst Informationen zurückgehalten, um die Öffentlichkeit zu täuschen. Zudem seien private Gespräche an die Presse weitergegeben worden. Diese Praktiken seien inakzeptabel und zeugten von einer Arroganz der Macht, die Konsequenzen haben werde.
Der PP-Generalsekretär zeigte sich überzeugt, dass diese Regierungsweise „abgelaufen“ sei und die Tage der Koalition aus Sozialisten und linken Kräften gezählt seien. Sobald die Bürgerinnen und Bürger bei den nächsten allgemeinen Wahlen die Möglichkeit hätten, ihre Stimme abzugeben, werde sich auch der Stil der Regierungsführung ändern.
Versprechen mehrerer Autonomie
Tellado kündigte für den Fall eines Wahlsiegs seiner Partei einen grundlegenden Kurswechsel an. Ein künftiges PP-geführtes Kabinett werde alle Regionen Spaniens gleich behandeln und die Länderregierungen in Entscheidungsprozesse einbeziehen. Statt Zentralismus und Bevormundung versprach er eine echte „Ko-Regierung“ mit den autonomen Gemeinschaften, deren Präsidenten der gebührende Respekt entgegengebracht werde.
Der Auftritt auf den Kanarischen Inseln diente zugleich der Vorbereitung auf die für 2027 angesetzten Regionalwahlen. Tellado lobte die Arbeit der kanarischen PP-Vertreter und betonte die Verbundenheit der Parteizentrale in Madrid mit dem Archipel, obwohl dieser rund 2000 Kilometer vom Festland entfernt liege.
Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtete, war das Schiff MV Hondius nach mehreren bestätigten Hantavirus-Fällen unter der Besatzung unter Quarantäne gestellt worden. Das Virus wird durch Nagetiere übertragen und kann beim Menschen schwere fieberhafte Erkrankungen auslösen. Die Gesundheitsbehörden der Kanarischen Inseln hatten die Kontrolle über die Lage übernommen, während sich die Regierung in Madrid zunächst bedeckt hielt.
Quelle: 20minutos.es