Reparaturarbeiten legen Trasvase Tajo-Segura lahm

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Murcia

Reparaturarbeiten legen Trasvase Tajo-Segura lahm

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Infrastruktur bleibt bis auf Weiteres geschlossen

Die Wasserüberleitung vom Tajo zum Segura bleibt deutlich länger außer Betrieb als ursprünglich geplant. Nach Angaben der Confederación Hidrográfica del Tajo (CHT) wird der Kanal bis mindestens 2027 für den Wassertransport gesperrt bleiben. Grund sind zwei Schäden, die Mitte September entdeckt wurden und nun umfangreiche Bauarbeiten erfordern.

Die Behörde, die dem spanischen Umweltministerium untersteht, hatte bereits am 14. September ungewöhnliche Wasserverluste registriert. Daraufhin wurde der Kanalabschnitt vorsorglich geleert. Bei der Inspektion zeigten sich erhebliche Zerstörungen: Mehrere Betonplatten waren gebrochen und abgesackt, im Untergrund hatten sich Hohlräume gebildet. Die CHT spricht von einem drohenden "Kollaps" der Struktur, sollte das Wasser weiterfließen.

Schäden an zwei neuralgischen Punkten

Die Schäden konzentrieren sich auf zwei Abschnitte der rund 290 Kilometer langen Leitung. Zum einen betroffen ist der Bereich bei Riansares in der Gemeinde Almonacid de Zorita in der Provinz Guadalajara. Zum anderen weist der Abschnitt am Stausee Talave bei Liétor in der Provinz Albacete schwere Schäden auf – unmittelbar vor dem Wasserkraftwerk Fontanar I.

Als Hauptursache für die Beschädigungen nennt die CHT die außergewöhnlich starken Regenfälle der vergangenen beiden hydrologischen Jahre. Diese hätten die ohnehin alternde Betonauskleidung des Kanals zusätzlich belastet und die Unterspülungen begünstigt.

Reparaturkonzept mit langem Atem

Die bereits angelaufenen Sanierungsarbeiten sehen einen vollständigen Austausch der beschädigten Bereiche vor: Die zerstörten Betonteile werden abgerissen und entsorgt, anschließend wird die Kanalsohle neu aufgebaut. Zusätzlich installieren die Baufirmen neue Drainagesysteme und dichten die betroffenen Abschnitte vollständig ab.

Die Kosten für die Instandsetzung beziffert die CHT auf rund 1,2 Millionen Euro. Die reine Bauzeit veranschlagt die Behörde auf vier bis fünf Monate. Dennoch wird der Kanal nicht sofort nach Abschluss der Arbeiten wieder in Betrieb gehen können. Die Behörde rechnet damit, dass die Überleitung erst im Laufe des Jahres 2027 wieder aufgenommen werden kann – Grund sind umfangreiche Sicherheitsprüfungen und die notwendige Wiederbefüllung des Systems.

Für die Landwirtschaft in den Provinzen Murcia, Alicante und Almería bedeutet die Verlängerung der Sperre eine weitere Belastung. Die Regionen im Südosten Spaniens sind in hohem Maße auf die Wasserlieferungen aus dem Tajo angewiesen, insbesondere für den intensiven Gemüse- und Obstbau. Die CHT verweist jedoch darauf, dass die Sicherheit der Infrastruktur Vorrang habe und man keine Risiken eingehen werde.


Quelle: europapress.es

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