
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Nach Saugskal-Meldungen: Einzelhandel spürt Nachfrage-Einbruch
Umsatzrückgang trotz ruhiger Lage
Die Ankündigungen militanter Gruppen in sozialen Netzwerken haben in Bilbao zu einer spürbaren Verunsicherung der Bevölkerung und damit zu einem deutlichen Rückgang der Kundschaft im Einzelhandel geführt. Wie die Präsidentin des Unternehmerverbands Cecobi, María López Negrete, gegenüber Europa Press erklärte, blieb der befürchtete Kollaps aus, dennoch sei die wirtschaftliche Bilanz des vergangenen Samstags ernüchternd.
López Negrete zufolge sei der Tag "normal innerhalb der Anomalie" verlaufen. Zwar hätten nur wenige Geschäfte ihre Rollgitter geschlossen gelassen, doch die allgemeine Alarmstimmung habe zu einer Kaufzurückhaltung geführt. Die Umsätze blieben deutlich hinter den Erwartungen für einen solchen Verkaufssamstag zurück. Die Unternehmerin sprach von einer "Schande", dass solche Drohkulissen die wirtschaftliche Aktivität einer ganzen Stadt lahmlegen könnten.
Sicherheitskooperation und präventiver Schutz
Bereits am vergangenen Freitag hatten sich Vertreter von Cecobi und des Handelsverbands Bilbao Dendak mit dem Sicherheitsdepartement der baskischen Regierung getroffen. Die Beamten hätten bei dieser Gelegenheit ein massives Aufgebot an Einsatzkräften von Ertzaintza und Gemeindepolizei zugesichert, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern. Diese Zusage habe man an die Mitgliedsbetriebe weitergegeben. Trotz der beruhigenden Worte des Innenressorts habe ein Großteil des Handels eigene Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, so López Negrete.
Während größere Filialen auf teure, externe Spundwände und Schutzverkleidungen für Schaufenster und Eingänge zurückgriffen, waren kleinere Geschäfte dazu nicht in der Lage. Für inhabergeführte Läden sei die kurzfristige Anmietung solcher Schutzvorrichtungen finanziell nicht zu stemmen, räumte die Verbandschefin ein. Der Samstag selbst sei dann in engem Austausch mit den Sicherheitskräften verlaufen, die die Handelsvertreter permanent über die Lage informierten. Diese Form der Kooperation sei vorbildlich und müsse verstetigt werden.
Scharfe Kritik an Gewaltaufrufen
Die Aufforderungen zu Plünderungen und Vandalismus bezeichnete López Negrete als "Barbarei", die in einer modernen Gesellschaft keinen Platz habe. Man müsse das Demonstrationsrecht respektieren, doch die Freiheit des Einzelnen ende dort, wo die Rechte des Nachbarn beginnten. Wer arbeiten oder sein Geschäft öffnen wolle, müsse dies in derselben Freiheit tun können wie jemand, der protestieren wolle. Dafür sei eine "große Koordination mit den Sicherheitsverantwortlichen" nötig, betonte die Unternehmerin.
Sorge vor Generalstreik
Mit Blick auf die für den 11. November angekündigten Generalstreiks zeigt sich der Handel nervös. Man erwarte eine "heiße" Phase. Einige Geschäfte hätten deshalb angekündigt, ihre Schutzpaneele nicht nur bis zum vergangenen Wochenende, sondern bis zum Streiktag montiert zu lassen, um auf mögliche Krawalle vorbereitet zu sein. López Negrete appellierte an alle Beteiligten, für gegenseitigen Respekt zu sorgen: Streikende sollten ihre Meinung äußern dürfen, ohne andere in ihrer Freiheit einzuschränken. Man fordere "Freiheit, Respekt und Koexistenz" in einer demokratischen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.
Die Schäden durch die Ausschreitungen am vergangenen Montag in der Stadt seien im Vergleich zu den Verwüstungen an öffentlichem Mobiliar laut Cecobi "minimal" gewesen. Die Vorfälle hätten dennoch eine "Psychose" unter der Bevölkerung ausgelöst.
Quelle: europapress.es