
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Nach dem Rauswurf: Migranten in Ceuta stehen vor Richtungsentscheidung
Geteilte Wege nach der Räumung
Die Räumung der informellen Zeltstadt am Strand von El Trampolín in Ceuta ist abgeschlossen. Die dort untergebrachten Migranten wurden am frühen Sonntagmorgen mit Bussen abtransportiert. Am Grenzübergang Tarajal scheiden sich nun die Geister: Während ein Teil der Menschen bereit ist, in die offiziellen Aufnahmeeinrichtungen zu wechseln, ziehen es andere vor, auf dem Landweg nach Marokko zurückzukehren.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Europa Press ist die Zahl derer, die sich für die freiwillige Rückkehr entscheiden, beachtlich. Die Behörden halten sich mit konkreten Zahlen jedoch bedeckt. Weder die Polizei noch die Regierung in Madrid haben bislang offizielle Statistiken zum Ausgang der Aktion veröffentlicht. Bereits bei der Räumung des nahegelegenen Benítez-Strandes am vergangenen Dienstag hatte sich gezeigt, dass die Mehrheit der Migranten offenbar lieber den Rückweg antritt, als sich registrieren zu lassen.
Die Entscheidung der Betroffenen fällt vor dem Hintergrund einer angespannten Versorgungslage. Die Behörden begründen den erneuten Abtransport mit der mangelhaften Unterbringung an den Stränden, die durch die einsetzende Regenzeit zunehmend unhaltbar werde. Die Menschen sollen nun in geschützten Unterkünften untergebracht werden, bis über ihre Asylanträge entschieden ist.
Kapazitäten sind das Nadelöhr
Der Druck auf das spanische Aufnahmesystem ist jedoch enorm. Die Einrichtung in Loma Colmenar wurde bereits aufgestockt und bietet nun Platz für mehrere hundert Personen. Auch das Camp in Caballería, das nach Informationen der Behörden vor allem für alleinstehende Frauen vorgesehen sein soll, soll in Kürze weitere Kapazitäten schaffen. Eine offizielle Bestätigung für diese spezielle Nutzung steht allerdings noch aus.
Die Planungen für die mittelfristige Unterbringung der Menschen laufen derweil auf Hochtouren. So soll auf einem Gelände nahe des Gefängnisses Fuerte Mendizábal ein weiteres Camp entstehen. Mit den Bauarbeiten wurde dort allerdings noch nicht begonnen.
Sicherheitskräfte im Großeinsatz
Die Räumungsaktion war aus Sicht der Behörden eine logistische Meisterleistung. Schon früh am Morgen waren mehr als 350 Beamte der Nationalpolizei im Einsatz, unterstützt von mehreren Einheiten, darunter die Bereitschaftspolizei, Grenzschutz und die luftgestützte Einheit. Auch schweres Gerät wie gepanzerte Fahrzeuge vom Typ VIPA 6X6 und URO-Geländewagen wurden an die Strände verlegt.
Die Guardia Civil sicherte den Einsatz vom Wasser aus ab. Taucher und mehrere Schnellboote patrouillierten entlang der Küste, um ein mögliches Ausweichen der Migranten über das Meer zu verhindern. Die örtliche Polizei regelte derweil den Verkehr rund um das Einsatzgebiet, während die Militärkommandantur eine zweite Sicherheitslinie errichtete. Die Stadtverwaltung von Ceuta stellte logistische Mittel und Reinigungskräfte bereit, um das Gebiet nach dem Abzug der Menschen wieder zu säubern. Wie die Polizei auf Anfrage von Europa Press mitteilte, verlief der gesamte Einsatz ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Quelle: europapress.es