Málaga: Gäste bleiben länger

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Málaga: Gäste bleiben länger

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Weniger Ankünfte, mehr Nächte: Der neue Tourist ist ein Langschläfer

Die Zeiten, in denen Málaga einfach nur von Kurzzeit-Touristen heimgesucht wurde, scheinen gezählt. Die jüngsten Zahlen des Nationalen Statistikinstituts (INE) zur Hotellerie zeichnen das Bild einer Stadt, die nicht mehr nur auf Masse setzt, sondern auf Klasse. Im September verzeichnete die andalusische Metropole 328.394 Hotelübernachtungen – ein sattes Plus, das vor allem den internationalen Gästen zu verdanken ist. Doch wer jetzt auf einen Ansturm neuer Besucherströme tippt, liegt falsch: Die Zahl der ausländischen Ankünfte blieb nahezu stabil. Die Devise lautet nicht "mehr", sondern "länger".

Die Rechnung der Stadt geht auf

Während die Gesamtzahl der Reisenden in Málagas Hotels gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 15 Prozent sank, stieg die durchschnittliche Aufenthaltsdauer spürbar an – von 2,14 auf 2,37 Tage. Diese Entwicklung ist keine Laune der Natur, sondern das Ergebnis einer strategischen Neuausrichtung. Die Stadtverwaltung feiert diesen Wandel als Erfolg: Weniger Gelegenheitsbesucher, dafür Gäste, die tiefer in die Taschen greifen und die lokale Wirtschaft über einen längeren Zeitraum füttern. Kritiker, die den Massentourismus beklagen, sehen sich in ihrer Argumentation bestätigt: Málaga setzt auf Qualität statt Quantität.

Asiatische Märkte explodieren

Besonders spektakulär ist die Entwicklung auf den fernöstlichen Quellmärkten, die lange Zeit als zukunftsträchtig galten, aber kaum Früchte trugen. Das hat sich schlagartig geändert. Die Übernachtungszahlen chinesischer Gäste schnellten im September um unfassbare 235 Prozent in die Höhe, und auch die Ankünfte aus dem Reich der Mitte legten um fast 95 Prozent zu. Südkoreaner verdoppelten ihre Besucherzahl nahezu. Diese Zahlen sind ein Beleg dafür, dass die Diversifizierungsstrategie der Stadt, die lange als bloßes Schlagwort abgetan wurde, endlich greift.

Der Brite bleibt unangefochtener Spitzenreiter

Trotz des asiatischen Aufschwungs thront Großbritannien weiterhin souverän an der Spitze der internationalen Märkte. Die Briten legten bei den Ankünften um über 13 Prozent zu und verweilten mit durchschnittlich 2,62 Tagen deutlich länger als der Durchschnitt. Ähnlich erfreulich präsentiert sich der Blick auf die USA, die als strategischer Langstreckenmarkt gehandelt werden: Obwohl die Zahl der US-Amerikaner leicht rückläufig war, stiegen ihre Übernachtungen um über 25 Prozent. Der amerikanische Gast ist offenbar gekommen, um zu bleiben – zumindest für ein verlängertes Wochenende.

Während der heimische Markt schwächelt und Spanier zunehmend fernbleiben, zeigt sich ein klares Bild: Die Zukunft des Tourismus in Málaga liegt in internationalen Gästen, die das Potenzial der Stadt erkennen, anstatt sie nur als Zwischenstopp zu nutzen. Wie die Daten des INE belegen, ist dieser Wandel kein kurzfristiger Ausrutscher, sondern eine langfristige Tendenz – der kumulierte Anstieg der Übernachtungen im Jahresverlauf um zehn Prozent spricht eine deutliche Sprache.


Quelle: europapress.es

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