Mehr Geld für Kinderbrillen nach riesiger Nachfrage

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Andalusien

Mehr Geld für Kinderbrillen nach riesiger Nachfrage

von Clara Weber

Die Nachfrage ist überwältigend: Seit Start des staatlichen Programms „Plan Veo“ für Sehhilfen bei Kindern und Jugendlichen haben mehr Familien die Unterstützung in Anspruch genommen als prognostiziert. Das spanische Gesundheitsministerium reagiert nun und erhöht die Finanzmittel deutlich.

Finanzspritze für Kinderbrillen

Wie das Ministerium von Mónica García bekannt gab, wird das Budget für den „Plan Veo“ um 23,4 Millionen Euro auf nun insgesamt 70 Millionen Euro aufgestockt. Ursprünglich waren für 2026 deutlich weniger Mittel eingeplant. Grund für die Aufstockung sei die „sehr hohe Nachfrage“. Die Initiative gewährt pauschal 100 Euro pro Kind für den Kauf von essenziellen Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen. Der Zuschuss steht allen Kindern unter 16 Jahren unabhängig vom Einkommen der Familie zu.

Zahlen sprechen für sich

Die Bilanz der ersten sechs Monate seit dem Start am 17. Dezember 2025 übertrifft alle Erwartungen. Statt der veranschlagten 210.210 Begünstigten haben bereits mehr als 325.000 Minderjährige die Hilfe erhalten – das sind über 55 Prozent mehr als geplant. Besonders stark war der Ansturm in den Monaten Februar und März 2026, in denen jeweils über 70.000 Anträge bearbeitet wurden. Die am häufigsten behandelte Sehschwäche war Astigmatismus (74% der Fälle), gefolgt von Myopie (54%) und Weitsichtigkeit (42%). In der großen Mehrheit (85%) entschieden sich die Familien für eine Brille, nur in den übrigen Fällen für Kontaktlinsen.

Wer profitiert vom „Plan Veo“?

Ein Blick auf die Daten zeigt: Besonders häufig wurde die Hilfe von Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren genutzt (über 50% der Fälle). Kinder zwischen 6 und 11 Jahren machten etwa 40 Prozent aus, unter Fünfjährige rund 5 Prozent. Die Verteilung zwischen Mädchen (56,5%) und Jungen (43,5%) war relativ ausgeglichen. In absoluten Zahlen profitierten die meisten Kinder in Andalusien (66.659), Katalonien (53.038) und der Gemeinschaft Madrid (46.003). Berücksichtigt man die Einwohnerzahl, war die „Durchdringung“ des Programms insbesondere in Regionen wie Galicien, Kastilien und León, Kastilien-La Mancha und La Rioja besonders hoch.

Große Unterstützung durch Optiker

Eine entscheidende Rolle für den reibungslosen Ablauf spielte laut Ministerium die breite Beteiligung des Optiker-Gewerbes. Bundesweit haben sich 7.718 Geschäfte dem Programm angeschlossen, was einem Anteil von knapp 74 Prozent aller Optiker in Spanien entspricht. In diesem Netzwerk können die Kinder den staatlichen Zuschuss direkt einlösen. Mit der finanziellen Aufstockung soll die Kontinuität des Programms für das Jahr 2027 gesichert und es an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst werden.


Quelle: 20minutos.es