Massiver Polizeieinsatz zur Räumung von Migrantencamp

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Ceuta

Massiver Polizeieinsatz zur Räumung von Migrantencamp

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Räumungsaktion am Trampolín-Strand beginnt

In der spanischen Enklave Ceuta hat am frühen Sonntagmorgen eine großangelegte Polizeioperation begonnen. Wie die Jefatura Superior de Ceuta mitteilte, wurden über 350 Beamte der Policía Nacional zum Trampolín-Strand entsandt, um dort die erste Phase der Räumung informeller Migrantensiedlungen einzuleiten.

Bereits kurz nach 8:00 Uhr verteilten sich die Einsatzkräfte über das Gelände. Augenzeugenberichten zufolge klopften die Beamten an den provisorischen Unterkünften, um die dort schlafenden Menschen zu wecken. Anschließend wurden die Migranten zur nahegelegenen Entsalzungsanlage geführt, wo sie sich in Gruppen auf dem Boden versammeln mussten.

Transport und Registrierung

Nach dem Eintreffen mehrerer Busse begannen die Beamten, die Menschen in kleinen Gruppen zu den Fahrzeugen zu bringen. Ziel der Fahrt ist zunächst das Areal von Tarajal. Dort sollen die Migranten im Centro de Atención Temporal para Extranjeros (CATE) registriert werden, bevor sie Zugang zu offiziellen Aufnahmeeinrichtungen erhalten.

Wie die Polizeibehörde weiter ausführte, besteht für die Betroffenen zudem die Möglichkeit, freiwillig zur Grenze gebracht zu werden, um zu Fuß nach Marokko zurückzukehren. Bei der Räumung des benachbarten Benítez-Strandes am vergangenen Dienstag hatten sich nahezu alle der damals rund 400 dort lebenden Menschen für diese Option entschieden.

Nur Teilläumung möglich

Die heutige Aktion stellt jedoch nur einen ersten Schritt dar. Nach Angaben der Behörden ist die Kapazität bestehender Aufnahmeeinrichtungen begrenzt, sodass eine vollständige Räumung des Camps derzeit nicht möglich ist. Schätzungen zufolge leben auf dem Gelände mehr als 3.500 Menschen – eine Zahl, die auf der täglich ausgegebenen Essensrationen basiert.

Das Innenministerium hatte den Einsatz im Vorfeld als präventive Maßnahme bezeichnet, um Ausschreitungen zu verhindern. Besonders befürchtet wurden Panikreaktionen und Massenanstürme, sobald die Migranten erfahren würden, dass nicht alle Plätze zur Verfügung stehen. Bislang verlief die Operation jedoch ohne Zwischenfälle.

Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen

Neben den mehr als 350 Polizisten der Nationalpolizei sind auch Einheiten der Guardia Civil mit Seepatrouillen sowie Kräfte der örtlichen Polizei im Einsatz. Die Behörden mobilisierten über dreißig Einsatzfahrzeuge, darunter zwei Radpanzer vom Typ BMR und ein geländegängiges VAMTAC-Fahrzeug der Bereitschaftspolizei UIP. Ergänzt wird das Aufgebot durch Drohnen zur Luftüberwachung.

Die Räumungsoperation fällt zeitlich mit zwei Sportveranstaltungen in Ceuta zusammen: dem Europacup im Triathlon und dem 32. Stadt-Triathlon. An dem Wettbewerb, der um 11:30 Uhr im Stadtzentrum startet, nehmen über 100 Athleten aus ganz Europa teil.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, soll die Aktion am Trampolín-Strand auch in den kommenden Tagen fortgesetzt werden, sobald weitere Aufnahmeplätze verfügbar sind.


Quelle: europapress.es

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