
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Girona führt Umweltranking spanischer Unis an
Spitzenplatz für Kataloniens Norden
Die Universität Girona (UdG) ist einer aktuellen Auswertung zufolge die umweltfreundlichste Hochschule Spaniens. Wie die Fundación CYD mitteilte, setzte sich die Einrichtung in dem Ranking „CYD Universidades Sostenibles“ gegen 83 weitere öffentliche und private Universitäten durch. Das Ranking, dessen Ergebnisse am Donnerstag veröffentlicht wurden, bewertet das ökologische Engagement der Hochschulen anhand mehrerer Indikatoren.
Hinter der UdG folgen auf den weiteren vorderen Plätzen die Universitat de Vic – Universitat Central de Catalunya, die Universität Alicante sowie die Universidad Loyola. Die Top Ten werden komplettiert durch die Universitäten von Valladolid, Vigo, Cádiz, Mondragon, Rey Juan Carlos sowie Córdoba, A Coruña und Santiago de Compostela. Den zehnten Rang teilt sich die Pontificia Comillas.
Öffentliche Einrichtungen sparsamer, private setzen auf Ökostrom
Die zugrunde liegende Stichprobe umfasst 79 Präsenz- und 5 Fernuniversitäten. Von diesen sind 48 staatlich und 36 privat getragen; drei Hochschulen lieferten ausschließlich öffentlich zugängliche Daten. Die Auswertung offenbart ein differenziertes Bild: Im Durchschnitt stammen 34 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Die Spannbreite ist jedoch beträchtlich – während die eine Hälfte der Hochschulen mindestens 18 Prozent Grünstrom nutzt, übersteigt ein Viertel der Einrichtungen einen Anteil von 74 Prozent.
Die Koordinatorin des Rankings, Alejandra Suárez, verwies auf die unterschiedlichen Stärken der Hochschultypen: „Öffentliche Universitäten punkten durch einen geringeren Ressourcenverbrauch und weniger Abfall pro Quadratmeter, während private durch einen höheren Anteil erneuerbarer Energien hervorstechen.“ Dies bestätigen die Zahlen: Investitionen in den Umweltschutz fallen bei privaten Einrichtungen mit 0,42 Prozent des Budgets fast zehn Prozentpunkte höher aus als bei öffentlichen (0,32 Prozent). Letztere weisen dafür laut Ranking die effizientesten Abfallmanagementsysteme auf.
Nachhaltigkeit in Lehre und Forschung
Die Präsenz des Themas Nachhaltigkeit in akademischen Strukturen ist beachtlich: Bei der Hälfte der untersuchten Hochschulen sind mindestens 21 Prozent der Studiengänge und 16 Prozent der Forschungsgruppen mit Umweltfragen verknüpft. In der Lehre ist der Bezug stärker ausgeprägt als in der Spitzenforschung – durchschnittlich 22 Prozent der Studiengänge adressieren Nachhaltigkeit, während es bei den Forschungsgruppen 18,24 Prozent und bei den Doktorarbeiten lediglich sechs Prozent sind. Private Hochschulen integrieren das Thema etwas häufiger in ihre Studienangebote, während öffentliche bei der Zahl einschlägiger Dissertationen fast doppelt so stark vertreten sind.
Soziales Engagement und Frauenanteil
Neben dem Umweltschutz bewertete das Ranking auch das soziale Engagement der Hochschulen. Hier führt die Universität Valencia die Liste an, gefolgt von der Universidad de La Rioja und der Autónoma de Madrid. Auch die Universitäten von León, Málaga, Burgos, Jaén und Castellón (Jaume I) sowie die Alfonso X el Sabio und die UNIE erreichten vordere Platzierungen.
Bei der Geschlechterverteilung zeigt sich ein gemischtes Bild: In Führungspositionen liegen Frauen demnach bei 44,58 Prozent – von Rektoraten über Dekanate bis zur Leitung von Forschungsinstituten. Beim Lehrpersonal ist mit 46,26 Prozent fast eine Parität erreicht, bei den Lehrstühlen liegt der Frauenanteil jedoch bei nur 29,05 Prozent.
Soziale Lage der Studierenden
Die Erhebung liefert zudem Daten zur sozialen Zusammensetzung: 1,53 Prozent der Studierenden an spanischen Hochschulen haben einen anerkannten Grad an Behinderung; an Fernuniversitäten ist der Anteil mit 2,30 Prozent höher. Für deren Unterstützung stellen die Hochschulen rund 0,03 Prozent ihres Budgets bereit, während Präsenzuniversitäten 0,13 Prozent für Gesundheitsförderung aufwenden. Mit durchschnittlich 0,37 Prozent der Ausgaben fließt das meiste Geld in allgemeine Sozialmaßnahmen wie Hilfen und Inklusionsprogramme. Auffällig ist die Gewichtung: Auf 1.000 Studierende kommen 1,2 Gesundheitsaktivitäten, aber nur 0,4 Maßnahmen zur Sensibilisierung gegen sexuelle Belästigung und geschlechtsspezifische Gewalt.
Quelle: europapress.es