Falscher Vermieter kassiert 44.000 Euro

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Bilbao

Falscher Vermieter kassiert 44.000 Euro

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Der dreiste Trick mit der doppelten Miete

Es klingt wie ein perfider Plan, der genau eine Lücke ausnutzt: die Verzweiflung von Wohnungssuchenden. Ein 41-jähriger Mann hat im Baskenland und in Kantabrien mindestens 36 Menschen hereingelegt. Seine Masche war simpel und effektiv – und sie zeigt, wie leicht Kriminelle die Notlage anderer zur Kasse bitten.

Der mutmaßliche Täter mietete Ferienwohnungen über eine bekannte Buchungsplattform, verschleierte dabei seine Identität und inserierte dieselben Objekte parallel auf einem anderen Portal als langfristige Mietwohnungen. Wenn die Urlauber nicht anwesend waren, führte er potenziellen Dauermietern die Räumlichkeiten vor – und kassierte bei mehreren Interessenten gleichzeitig die Kaution für denselben Quadratmeter. Laut einem Bericht der baskischen Polizei Ertzaintza wechselten so rund 44.000 Euro den Besitzer.

Akribisch inszenierte Scheinwelt

Besonders perfide, wie die Ermittler berichten: Der Betrüger verlangte von seinen Opfern Arbeitsverträge, Gehaltsnachweise und Ausweise – wohl, um die Fassade juristisch wasserdicht erscheinen zu lassen. Die Verträge, die er den Geschädigten aushändigte, waren mit erfundenen Namen oder Daten dritter Personen bestückt. Sogar die Türschlösser der Ferienwohnungen tauschte er kurzerhand gegen eigene Zylinder, damit weitere vermeintliche „Mieter“ mit passenden Schlüsseln auftrumpfen konnten.

In mindestens sechs Fällen in Bilbao, Barakaldo, Basauri und Vitoria-Gasteiz sowie in Kantabrien soll er so vorgegangen sein. Einige der Wohnungen hatte er sogar bewusst von Merkmalen befreit, die auf einen Ferienwohnungs-Charakter hindeuteten. Die Behörden gehen von weiteren Opfern aus.

Ein alter Bekannter?

Polizeiangaben zufolge deuteten ab Juli gestellte Anzeigen auf einen Serientäter hin – es fanden sich „gemeinsame Elemente und erhebliche Übereinstimmungen“ zwischen den Fällen. Bereits viermal wurde der 41-Jährige von der Ertzaintza festgenommen. Nun kommt die fünfte Festnahme in Iurreta hinzu, diesmal wegen Betrugs und Identitätsmissbrauchs.

Wer schon betrogen wurde, weil er sich auf ein vermeintliches Schnäppchen einließ, dem bleibt nun nur der Rechtsweg – und die bittere Erkenntnis: Je dringender die Wohnungssuche, desto attraktiver das Ziel für Gauner. Die Polizei prüft derweil, ob der Mann Komplizen hatte. An diesem Punkt bleibt den vielen Geschädigten nur noch eines: die Hoffnung auf Rückerstattung.

Die Ermittlungen laufen weiter, auch andere mögliche Opfer sollen sich melden. Erfahrungen von Betroffenen berichten oft von langwierigen Rechtsstreitigkeiten, doch hier greift die Justiz auf einen bereits polizeibekannten Wiederholungstäter zurück – vielleicht ein kleiner Trost für die, denen ein dickes Fell nicht erspart blieb.


Quelle: europapress.es

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