
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
DeVito: Vom Pinguin zum Produzenten
Ein Antiheld kehrt zurück
Er ist der Pinguin, der Zwerg mit dem großen Kino-Ego: Danny DeVito lässt sich derzeit in Sitges feiern. Der 80-jährige Schauspieler und Produzent nimmt dort den Ehrenpreis des berühmten Fantasy-Festivals entgegen – und nutzt die Bühne für eine Liebeserklärung an das Genre, das ihn geprägt hat. Wer glaubt, der Mime aus „Batman Returns“ sei im Alter zahm geworden, der irrt gewaltig.
Die Rückkehr zum Schrecken
DeVito produziert mit „Drag“ einen Streifen, der die Festivalbesucher in seinen Bann ziehen soll. Die schwarze Horrorkomödie, inszeniert von Raviv Ullman und Greg Yagolnitzer, erzählt von zwei zerstrittenen Schwestern, die bei einem Einbruch in einer ländlichen Gegend scheitern – weil sich eine von ihnen den Rücken verletzt und der Hausbesitzer überraschend zurückkehrt. Mit Lizzy Caplan und DeVitos Tochter Lucy in den Hauptrollen sowie John Stamos als unerwartetem Antagonisten verspricht der Film genau das, was das Genre ausmacht: Spannung, Blut und schwarzen Humor.
„Ich liebe es, wenn die Dinge aus dem Ruder laufen“, so DeVito im Gespräch mit Journalisten. Seine Faszination für das Grauen sei nie verblasst, seit ihn als junger Mann Filme wie „Das Ding aus einer anderen Welt“ oder die Werke von Vincent Price geprägt hätten. „Terror ist wie eine Achterbahn – man weiß nie, was als Nächstes kommt“, philosophiert der gebürtige New Jerseyaner, der in Sitges auch seine Produktion „Pulp Fiction“ im Programm sieht.
Ein Pinguin mit Tiefgang
Auf die Frage nach seinen unvergesslichsten Rollen muss DeVito nicht lange überlegen. „Ich mag es, wenn Figuren überzeichnet sind. Deshalb liebe ich den Pinguin aus ‚Batman Returns‘ – weil Tim Burton mir erlaubt hat, zu sabbern und die Kontrolle zu verlieren.“ Der Schurke mit der tragischen Geschichte sei einer seiner Favoriten, ebenso wie die Arbeit mit Kindern. Bei „Matilda“, das er vor 30 Jahren inszenierte und in dem er neben Mara Wilson spielte, habe er eine „Freude“ erlebt, die ihn bis heute begleite.
Das Festival als Familienangelegenheit
Dass ausgerechnet seine Kinder Jake und Lucy nun mit ihm gemeinsam produzieren, sieht DeVito als Krönung. „Mit der Familie zu arbeiten ist das Beste, was die Welt zu bieten hat“, schwärmt er. Tochter Lucy ergänzt schmunzelnd, dass es „keinerlei Zweifel“ gegeben habe, das skurrile Drehbuch zu adaptieren – zu verlockend sei die Rolle einer Frau gewesen, die mit Rückenschmerzen im Wald um ihr Überleben kämpft. Die Dreharbeiten, so verrät der Altmeister, seien in 21 Nächten mitten im Wald über die Bühne gegangen.
Sein Geheimnis als Produzent? „Ich lasse die Regisseure ihre Vision umsetzen. Genau das schätze ich selbst, wenn ich hinter der Kamera stehe.“ Die Macher Ullman und Yagolnitzer betonen, dass sie für die Rolle des mysteriösen Hausbesitzers von Anfang an Stamos im Kopf hatten. „Er gibt dem Charakter eine Energie, die uns überrascht hat“, so das Duo.
Am Donnerstagabend nimmt DeVito den Gran Premio Honorífico entgegen. Am Samstag folgt eine Sondervorführung von „Matilda“ – für den Schauspieler eine emotionale Rückkehr zu jenem Film, der ihm bis heute ans Herz gewachsen ist. Die Auszeichnung, so DeVito, sei eine „große Ehre“, die er mit Demut annehme. Doch eines ist klar: Der Mann mit der markanten Statur hat noch lange nicht vor, leiser zu treten. „Alles am Filmgeschäft begeistert mich weiterhin“, sagt er – und meint es sichtlich ernst.
Quellen: Europa Press, Festival Internacional de Cinema Fantàstic de Catalunya
Quelle: europapress.es