
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Andalusien: 155 Einsätze nach Unwettern
Bilanz eines Unwettertages
Die heftigen Regenfälle und Gewitter, die Andalusien am Samstag heimgesucht haben, haben die Einsatzkräfte landesweit auf Trab gehalten. Insgesamt verzeichnete der Notrufdienst 112 Andalusiens bis zum Abend 155 Vorfälle, wie die Behörde über ihren offiziellen Kanal auf der Plattform X mitteilte. Ein erheblicher Teil davon – genau 121 Meldungen – entfiel auf die Provinz Almería, was einem Anteil von fast 80 Prozent entspricht. Dort war die Lage zeitweise so kritisch, dass für die Umgebung von El Ejido die höchste Unwetterwarnstufe, der rote Alarm, ausgerufen worden war. Für weitere Gebiete der Provinz galt die zweithöchste Warnstufe Gelb.
Lagebild und Maßnahmen der Behörden
Die gemeldeten Vorfälle umfassten ein breites Spektrum: von überfluteten Wohnhäusern und Straßen über mitgerissene Fahrzeuge bis hin zu Rettungsaktionen für eingeschlossene Personen. Auch Menschen, die aufgrund der Wassermassen in ihren Häusern festsaßen, sowie kleinere Erdrutsche wurden registriert. Wie die Behörden betonten, blieb die Bilanz trotz der schweren Schäden personell glimpflich – es wurden keine Verletzten gemeldet.
Angesichts der angespannten Lage hatte die Regionalregierung bereits am Nachmittag den Notfallplan gegen Hochwasserrisiko von der Vorwarnphase in die operative Phase 1 hochgestuft. Diese Entscheidung fiel um 15:36 Uhr, wie aus Kreisen des Krisenmanagements verlautete. Zusätzlich aktivierten insgesamt 14 Kommunen ihre lokalen Notfallpläne, davon zwölf in der Provinz Almería und zwei in der Provinz Málaga. In Almería betraf dies unter anderem die Städte Adra, Berja, Dalías, El Ejido, La Mojonera und Roquetas de Mar. In Málaga waren Fuengirola und Torremolinos betroffen.
Der Vizepräsident der Regionalregierung und Minister für Präsidium, Gesundheit und Notfälle, Antonio Sanz, appellierte über denselben Kurznachrichtendienst an die Bevölkerung, weiterhin äußerste Vorsicht walten zu lassen. Er riet dringend davon ab, überflutete Kreuzungen, ausgetrocknete Flussbetten oder Wasserläufe zu Fuß oder mit dem Fahrzeug zu durchqueren, um keine unnötigen Risiken einzugehen.
Verteilung der Einsätze und Schwerpunkte
Die Verteilung der Einsätze auf die einzelnen Provinzen zeigt deutlich den Schwerpunkt der Unwetter: Auf Almería folgte Málaga mit 16 Vorfällen. In den Provinzen Cádiz, Córdoba und Granada waren es jeweils fünf Meldungen, Sevilla verzeichnete zwei und Huelva einen Vorfall. Die Art der gemeldeten Schäden gliederte sich wie folgt auf: 99 Einsätze betrafen Überschwemmungen und Wassereinbrüche, 32 Mal mussten Rettungs- oder Bergungsmaßnahmen eingeleitet werden. Acht Vorfälle betrafen Störungen der Grundversorgung und sechs waren verkehrsbedingt. Die restlichen Meldungen verteilten sich auf Verkehrsunfälle, Einstürze, herabstürzende Gegenstände und ähnliche Ereignisse.
In der am stärksten betroffenen Provinz Almería konzentrierten sich die schwerwiegendsten Vorfälle auf die Gemeinden Almería, Dalías, El Ejido, Huércal de Almería, Níjar, Pulpí, Roquetas de Mar, Viator und Vícar. Hier waren Feuerwehr und Rettungskräfte im Dauereinsatz: Sie pumpten Keller und Wohnungen leer, sicherten beschädigte Dächer, bargen von den Wassermassen mitgerissene Fahrzeuge und halfen Menschen, die in ihren Autos oder Häusern festsaßen. Besonders dramatisch war die Lage in El Ejido, wo der Gemeinde Notfallplan ausgelöst werden musste.
Auswirkungen auf Verkehr und Infrastruktur
Die Unwetter hatten auch erhebliche Auswirkungen auf das Verkehrsnetz, insbesondere in Almería. So musste die Autobahn A-7 auf Höhe des Kilometers 818 bei El Ejido wegen Überflutung vollständig gesperrt werden. Die Sperrung galt für beide Fahrtrichtungen und alle Fahrspuren, wie aus den Informationen der spanischen Verkehrsbehörde DGT hervorgeht. Die Behörden rieten der Bevölkerung, unnötige Fahrten in den betroffenen Gebieten zu vermeiden und sich vor Reiseantritt über den aktuellen Zustand der Straßen zu informieren.
In den übrigen Provinzen gestaltete sich die Lage weniger dramatisch, jedoch nicht ohne Zwischenfälle. In Málaga waren vor allem Antequera, Parauta, Riogordo und Ronda von Wassereintritten in Gebäude, herabstürzenden Ästen und isolierten Personen betroffen. In Cádiz und Granada führten die Regenfälle zu Erdrutschen, über die Ufer tretenden Bächen und Beeinträchtigungen durch umgestürzte Fahrzeuge. In Córdoba verursachte ein Blitzschlag zudem einen Waldbrand. In der Nähe von Rosal de la Frontera in Huelva wurde ebenfalls ein durch einen Blitz ausgelöster Waldbrand gemeldet.
Warnhinweis an die Bevölkerung
Angesichts der Gefahrenlage hatte die Notfallagentur Andalusiens um 15:31 Uhr einen sogenannten ES-Alert an alle Mobiltelefone in den betroffenen Gebieten der Komarken Poniente und Almería Hauptstadt gesendet. Diese Technologie ermöglicht es den Behörden, die Bevölkerung direkt und zeitgleich zu warnen. Der Inhalt der Nachricht umfasste konkrete Verhaltensempfehlungen zum Selbstschutz und zur Vermeidung von Gefahrensituationen angesichts der erwarteten intensiven Niederschläge und möglicher plötzlicher Überschwemmungen. Die Maßnahme war Teil des koordinierten Krisenmanagements, um die Bürger frühzeitig zu erreichen und für die Risiken zu sensibilisieren.
Die Aufräumarbeiten und die Überprüfung der Schäden dauerten am späten Abend an. Die Behörden kündigten an, die Lage weiterhin genau zu beobachten und über offizielle Kanäle zu informieren. Die Wetterlage bleibt nach den Prognosen angespannt, weshalb die Warnungen der Behörden weiterhin gelten. Wie der Notrufdienst 112 mitteilte, ist mit einer zeitnahen Normalisierung der Lage zu rechnen, sobald die Regenfälle abklingen. Die Ereignisse dieses Tages verdeutlichen jedoch die zerstörerische Kraft derartiger Wetterphänomene und die Notwendigkeit eines wachsamen Umgangs mit den Naturgewalten.
Diese Informationen basieren auf Meldungen des Nachrichtenportals Europa Press sowie offiziellen Angaben des Notrufdienstes 112 Andalusien und der Verkehrsbehörde DGT.
Quelle: europapress.es