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AKW Almaraz läuft bis 2030 weiter
Die spanische Regierung hat die Laufzeit des Kernkraftwerks Almaraz in der Extremadura um mehrere Jahre ausgedehnt. Wie das Ministerium für den ökologischen Wandel mitteilte, wurde die Betriebsgenehmigung für beide Reaktoren bis zum 8. Juni 2030 erneuert. Die entsprechende Anordnung erschien am Freitag im Gesetzblatt BOE.
Verlängerung statt Stilllegung
Ursprünglich hätte der erste Block des Kraftwerks im November 2027 vom Netz gehen sollen, der zweite Ende Oktober 2028. Dieser Zeitplan stammte aus einer Vereinbarung der staatlichen Entsorgungsgesellschaft Enresa mit den Eigentümern Iberdrola, Endesa und Naturgy aus dem Jahr 2019. Die Unternehmen hatten im Oktober 2025 offiziell eine Verlängerung beantragt.
Der Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit (CSN) hatte bereits im Juli eine positive Sicherheitsbewertung abgegeben. Sie bestätigte, dass die Anlage für den weiteren Betrieb gerüstet ist. Die neue Genehmigung ist an die strikte Einhaltung aller Auflagen gebunden.
Energiekrise als Begründung
Das Ministerium verweist auf die außergewöhnliche Lage auf den Energiemärkten. Die Konflikte in Nahost und der Krieg in der Ukraine hätten die Preise für fossile Brennstoffe stark schwanken lassen – eine Entwicklung, deren Dauer nicht absehbar sei. Der Weiterbetrieb von Almaraz könne die Abhängigkeit von Gas verringern und Verbraucher vor Preisspitzen schützen.
Gleichzeitig betont die Behörde, dass die Verlängerung den Ausbau der erneuerbaren Energien kaum beeinträchtigen werde. Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung würde im Jahr 2030 nur um rund ein Prozent niedriger ausfallen als geplant.
Keine Entlastung für Betreiber
Trotz der Verlängerung erhalten die Kraftwerksbetreiber keine finanziellen Vergünstigungen. Das Ministerium stellt klar, dass weder Steuererleichterungen noch andere wirtschaftliche Vorteile gewährt wurden. Zuvor hatten die Eigentümer eine Reduzierung der Abgaben gefordert.
Mit der neuen Regelung endet für Almaraz wie auch für die Kraftwerke Ascó I und Cofrentes die Laufzeit im Jahr 2030. Der endgültige Ausstieg aus der Kernenergie bleibt weiterhin für 2035 geplant. Die Regierung sieht die Maßnahme als Beitrag zur Versorgungssicherheit in einer schwierigen Übergangsphase.
Wie die Zeitung 20minutos berichtet, wird die Entscheidung auch als Reaktion auf die globale Energiekrise bewertet.
Quelle: 20minutos.es