
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Die zweite Hitzewelle rollt an
Der Norden bekommt die Quittung
Während die Menschen in Andalusien und Extremadura bereits seit Tagen unter einer Gluthaube ächzen, kündigt sich nun die zweite offizielle Hitzewelle des Sommers an. Der Meteorologe Roberto Brasero hat die Prognose bestätigt: Ab Sonntag steigen die Temperaturen erneut massiv an – und diesmal trifft es vor allem jene, die sich in falscher Sicherheit wiegten.
Die These ist klar: Diese Hitzewelle ist keine gleichmäßige Belastung für das ganze Land, sondern ein gezielter Schlag gegen die Regionen, die zuletzt eine Verschnaufpause hatten. Während der Süden bereits am Anschlag kocht, erwartet den Norden ein brutaler Temperatursprung. Brasero spricht Klartext: In Extremadura, Andalusien und Teilen Kastiliens, wo die Quecksilbersäule ohnehin schon die 40-Grad-Marke reißt, wird der Anstieg marginal ausfallen. Der wahre Schock kommt anderswo.
Aragonien, Galicien und das Kantabrische Meer – das sind die Zonen, die am Sonntag den größten Sprung erleben werden. Nach Tagen der relativen Kühle folgt nun der Hitzeschlag. Besonders Zaragoza und das galicische Miño-Tal werden am Sonntag und Montag erneut die 40-Grad-Marke knacken. Selbst im Kantabrischen Raum, der sonst als kühlere Zuflucht gilt, werden die Werte ungewöhnlich hoch klettern. Das ist kein Wetter, das ist ein Weckruf.
Die AEMET hat bereits offizielle Warnungen herausgegeben. Die Spitzenwerte werden in den Flusstälern und Senken des Inlands erreicht: 42, stellenweise sogar 43 Grad im Guadalquivirtal und um Badajoz. Die Nächte bleiben tropisch, besonders an der Mittelmeerküste, wo die Thermometer nachts nicht unter 25 Grad fallen. Das ist keine Erholung, das ist Dauerbelastung.
Brasero betont, dass diese Welle kürzer sein wird als die verheerende Episode im Juni. Doch das ist ein schwacher Trost. Denn während der Süden längst an der Belastungsgrenze operiert, wird der Norden nun unvorbereitet getroffen. Die These: Wer glaubt, der Klimawandel sei ein Problem des Südens, irrt gewaltig. Die Hitzewelle zeigt, dass die Extreme längst alle Regionen gleichmachen – nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Selbst die Kanarischen Inseln, sonst vom Festlandswetter abgeschirmt, werden diesmal in die Glut einbezogen. Einzig das mediterrane Küstenland mag tagsüber etwas niedrigere Maxima sehen – doch die tropischen Nächte mit 25 Grad machen jeden Erholungsversuch zunichte.
Die Botschaft ist unmissverständlich: Die zweite Welle kommt, und sie kommt mit voller Wucht. Wer jetzt noch auf „etwas Abkühlung“ hofft, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Wie der Meteorologe Roberto Brasero gegenüber 20 Minutos bestätigte, sind die Tage von Sonntag bis Dienstag die kritischsten. Die Vorbereitung darauf ist keine Frage des Komforts, sondern der Notwendigkeit.
Quelle: 20minutos.es