Sommerhitze trifft Spanien im Mai

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Zaragoza

Sommerhitze trifft Spanien im Mai

von Clara Weber

Ende Mai mit Hochsommerwerten

Die meteorologische Instabilität des Mai in Spanien scheint abrupt zu enden. Nach Wochen mit März-Temperaturen und sogar Schnee in den Bergen, macht sich nun eine intensive Hitze breit, die den Monat verabschiedet. Meteorologen beobachten, dass der klimatologische Sommerbeginn dieses Jahr deutlich früher und mit ungewöhnlich hohen Temperaturen einsetzt.

Der bekannte Meteorologe Roberto Brasero, dessen Prognosen regelmäßig im spanischen Fernsehen zu sehen sind, gibt eine klare Warnung: Die kommenden Tage bringen "Temperaturen, die für Mitte Juli typisch sind". Ein Kriterium für eine offizielle Hitzewelle wird zwar noch nicht erreicht, doch die Schwelle zur Extremhitze ist überschritten.

Wo die Hitze besonders intensiv wird

Das Wetterbild für Spanien zeigt in dieser Woche eine deutliche Verstärkung der roten Farben auf der Temperaturkarte. Brasero weist darauf hin, dass besonders der Südwesten, das Ebrotal und die Region um das Kantabrische Meer am Freitag extreme Werte erwarten. Nur Galicien und Asturias könnten am Samstag eine kurze, geringe Abkühlung erleben.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Ebrotal. Wie Brasero berichtet, könnte die Stadt Zaragoza am Freitag bis zu 39 Grad Celsius erreichen. Im Extremfall, beispielsweise in Badajoz, sind sogar 40 Grad möglich – Werte, die weit über dem typischen Mai-Niveau liegen.

Humidität als zusätzliche Belastung

Die hohen Temperaturen sind nicht das einzige Problem. An der mediterranen Küste kommt laut Braseros Analyse eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzu, die die gefühlte Hitze noch deutlich verstärkt. Diese Kombination von hohen Temperaturen und Schwüle macht die Situation besonders belastend für den Körper.

Der Meteorologe rät sogar, sich über einen alten spanischen Wetterspruch hinwegzusetzen. "Bis zum 40. Mai sollst du den Mantel nicht weglegen" ("Hasta el 40 de mayo no te quites el sayo"), heißt es traditionell. Brasero empfiehlt jedoch genau das Gegenteil: sich für die extreme Hitze entsprechend zu kleiden und zu schützen.

Kein Ende der Trendwärme

Auch in den nordspanischen Regionen, die eine kleine "Trepause" erhalten, bleibt die Grundtendenz warm. Temperaturen werden dort viele Tage über 30 Grad liegen oder sich im Bereich von 26 bis 29 Grad bewegen. Eine nachhaltige Abkühlung ist für die gesamte Halbinsel und auch für Teile der Kanarischen Inseln nicht in Sicht.

Die Entwicklung zeigt ein deutlich früheres und intensiveres Einsetzen der Sommerhitze, eine Tendenz, die Klimaforscher mit dem globalen Klimawandel in Verbindung bringen. Der Mai 2024 könnte damit ein weiteres Beispiel für die Veränderung traditioneller Jahreszeitenmuster werden.


Quelle: 20minutos.es