
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Ärztestreik auf Mallorca: Hohe Teilnahme, Tausende Behandlungen abgesagt
Erneute Proteste mit deutlichen Auswirkungen
Die dritte Streikwoche der Ärzte und Ärztinnen in Spanien im laufenden Jahr hat auf den Balearen mit deutlicher Intensität begonnen. Wie die Gewerkschaft Simebal berichtet, starteten die für Montag bis Mittwoch angekündigten Mobilisierungen „mit Kraft“. Kern der Proteste bleibt der oppositionierte „Estatuto Marco“, ein Rahmengesetz für den medizinischen Berufsstand, dessen Verhandlungen zwischen Ministerium und Gewerkschaften weiterhin blockiert sind.
Konzentrationen und Teilnahmequoten
Die Streikaktionen begann am Montag mit den bereits etablierten Konzentrationen vor den großen Krankenhäusern des Archipels. Diese wurden an den Standorten Son Espases (Palma), Son Llàtzer, Manacor, Inca und Mateu Orfila durchgeführt. Die Fachkräfte des Hospital Can Misses werden ihre Proteste hingegen auf die für Mittwoch geplante Großdemonstration konzentrieren.
Nach ersten Einschätzungen von Simebal liegt die Teilnahmequote im hospitalären Bereich zwischen 60 und 70 Prozent. In strategisch kritischen Bereichen wie der Anästhesie der beiden großen Krankenhäuser Son Espases und Son Llàtzer wird die Teilnahme sogar auf über 90 Prozent geschätzt. Dies hat zur Folge, dass zahlreiche planbare chirurgische Eingriffe abgesagt wurden. Laut Gewerkschaft werden nur die durch festgelegte Mindestdienstpläne abgedeckten Notoperationen durchgeführt.
In der Primärversorgung (ambulanter Bereich) liegt die Teilnahmequote laut Gewerkschaftsschätzungen niedriger, bei etwa 45 Prozent.
Konkrete Zahlen der Auswirkungen
Die Gesundheitsbehörde der Balearen, IbSalut, lieferte konkrete Zahlen zu den Auswirkungen des ersten Streiktages. Demnach wurden 72 planbare Operationen für den Montag abgesagt. Zusätzlich wurden 1.246 hospitaläre Konsultationen sowie diagnostische oder radiologische Untersuchungen suspendiert. In der Primärversorgung fielen 1.512 Konsultationen aus.
In der Summe führt dies zu 2.830 abgesagten medizinischen Leistungen am ersten Tag der dreitägigen Streikaktion.
Gewerkschaft appelliert und bittet um Verständnis
Simebal betonte in einer Mitteilung, dass dies ein „entscheidender Moment für die Zukunft des Arztberufs und für die Zukunft eines qualitativ hochwertigen nationalen Gesundheitssystems“ sei. Die Gewerkschaft appellierte an die „Unterstützung und das Engagement“ sowohl der Fachkräfte als auch der Bürger. Gleichzeitig bat sie die Patienten um Verständnis für die durch die Streiks verursachten Unannehmlichkeiten.
Die Gewerkschaft zeigt sich zuversichtlich, dass diese dritte Streikwoche, die mit Demonstrationen in ganz Spanien am Mittwoch enden soll, das hohe Teilnahmeniveau der vorangegangenen Wochen halten wird – trotz eines, wie Simebal einräumt, „verständlichen Ermüdungsgefühls“ bei den Professionals angesichts der blockierten Verhandlungen.
Die Daten für diesen Artikel stammen aus Gewerkschaftsmitteilungen (Simebal) und offiziellen Angaben der Gesundheitsbehörde IbSalut.