
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Wohnen in Málaga wird zur Existenzfrage
Ein neuer Samstag, ein neuer Aufstand?
Am Samstag wollen die Wohnungsinitiativen in Málaga erneut auf die Straße gehen. Um 19 Uhr ist eine Kundgebung im Stadtzentrum geplant, die Forderungen sind unmissverständlich: unbefristete Mietverträge, spürbar niedrigere Mieten und ein Ende der Zwangsräumungen. Es ist ein Protest, der aus der Not heraus geboren wurde. Seit Montag campieren Dutzende Menschen auf der Plaza de la Constitución, direkt im Herzen der Stadt. Sie reagieren auf eine Situation, die die Initiativen als „zunehmenden Überdruss“ beschreiben: Der Zugang zu und das Bleiben in einer Wohnung wird in Málaga für viele zur existentiellen Hürde – und die öffentlichen Verwaltungen, so der Vorwurf, reagieren zu zaghaft.
Ein Dekret, das die Krise nicht beendet
Am Dienstag hat die spanische Regierung ein Wohnungsdekret erlassen, das Zwangsräumungen bis 2030 aussetzt. Wer das für einen Erfolg hält, sollte einen zweiten Blick riskieren. Der Sindicato de Inquilinas de Málaga kritisiert, dass das Dekret nur für neue Fälle gelte. Die Menschen, die bereits geräumt wurden, bleiben außen vor. „Málaga hat viele Maricármenes“, sagt Sprecherin Carmela Olmedo. Damit meint sie Frauen wie Tita Mari, Elvira, Mariló und María Teresa – Letztere ist alt und krank. Sie wurden nach Darstellung der Bewegung „auf die Straße geworfen“, mit Familien, Kindern oder Pflegeverantwortung im Rücken. Und die nächste Räumung droht bereits: Reme, Aktivistin von Un Techo por Derecho, soll demnächst mit drei minderjährigen Kindern aus ihrer Wohnung, ohne Alternative.
Der Platz gehört wieder den Bewohnern
Dass ausgerechnet die Plaza de la Constitución zum Symbol des Widerstands wird, ist kein Zufall. Olmedo sagt, der Platz sei längst der Spekulation mit Gastronomie und Tourismus überlassen worden. Nun wird er von Nachbarinnen und Nachbarn zurückerobert. Wer jetzt ruft, die Krise sei übertrieben und der Protest unnötig, muss sich fragen lassen, wo diese Menschen bleiben sollen. Die Bewegung verweist darauf, dass der politische Druck erst durch die Mobilisierung der vergangenen Tage entstanden ist. Deshalb wird es nicht bei der Zeltaktion bleiben: Für Samstag ist eine neue Kundgebung angekündigt, der genaue Ablauf soll in der offenen Versammlung am Dienstagabend beschlossen werden.
Wie Europa Press berichtet, setzen die Initiativen auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung. Es brauche viele Menschen, die auf den Platz kommen, heißt es. Die Botschaft aus Málaga ist eindeutig: Wohnen ist ein Recht, nicht Rendite.
Quelle: Europa Press
Quelle: europapress.es