Warme Meere befeuern extreme Regenfälle

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Valencia

Warme Meere befeuern extreme Regenfälle

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Energiefreisetzung statt Wetterlage

Die sintflutartigen Regenfälle der vergangenen Tage in Spanien sind einer Expertengruppe zufolge in erster Linie eine Folge der überhitzten Meere. Wie die Meteorologen der Staatlichen Wetteragentur (Aemet) in der Region Valencia mitteilen, ist nicht die typische Großwetterlage mit Kaltlufttropfen oder ausgeprägten Tiefdruckgebieten der Auslöser. Vielmehr handle es sich um die Freisetzung enormer Energiemengen, die sich im Sommer im westlichen Mittelmeer angestaut hätten.

Rekordtemperaturen als Ursache

Die außergewöhnlich hohen Wassertemperaturen des Balearischen Meeres stützen diese These. Wie die Behörde mitteilt, wurden Ende September dort Werte von über 26 Grad Celsius gemessen – ein Rekord für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1940. Diese enorme Wärme führe zu einer massiven Verdunstung und damit zu einer ungewöhnlichen Ansammlung von Feuchtigkeit in der Atmosphäre. Die Kombination aus Energie und Wasserdampf erkläre die Heftigkeit der Niederschläge besser als rein atmosphärische Prozesse, so die Fachleute.

Unwetterwarnung für den Norden

Für das kommende Wochenende warnen die Experten vor weiterer Gefahr. Wie berichtet wird, verlagert sich das Zentrum der extremen Wetterlage nordwärts. Für die Küstenregion um Barcelona gilt ab 21 Uhr eine rote Warnstufe; im Tagesverlauf soll sie auf weitere Gebiete der Provinzen Barcelona und Girona ausgeweitet werden. Die Behörden appellieren an Reisende und Anwohner, alle Sicherheitshinweise ernst zu nehmen und nicht notwendige Fahrten zu vermeiden.

Chronologie der Ereignisse

Die Entwicklung zeichnete sich bereits in der vergangenen Woche ab. Nach einem außergewöhnlich heißen Sommer mit intensiver Sonneneinstrahlung stiegen die Temperaturen im Mittelmeer kontinuierlich an. Ende September wurde schließlich der Rekordwert erreicht. In der ersten Oktoberwoche entluden sich die angestauten Energien dann in Form heftiger Gewitterzellen. In der Gemeinde Catarroja bei Valencia stellten Anwohner Fahrzeuge auf Verkehrsinseln, um sie vor den erwarteten Überschwemmungen zu schützen. Nun richtet sich der Blick nach Nordosten, wo die nächste Welle erwartet wird.


Quelle: europapress.es

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