
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Toter Mann nach Unwetter vor Menorca geborgen
Ermittler tappen im Dunkeln
Die Guardia Civil steht vor einem Rätsel: Ein am Montagnachmittag vor der Küste Menorcas entdeckter Toter ist weiterhin nicht identifiziert. Die Leiche des Mannes, der auf 60 bis 70 Jahre geschätzt wird, trieb in der Bucht von Cala en Brut nahe Ciutadella im Wasser, als der Zivilschutz wegen des heftigen Unwetters „Dana Adam“ Alarm schlug.
Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, hatte das Opfer nur eine Badehose an und führte keinerlei Ausweispapiere mit sich. Auch an der Küste suchten die Ermittler der Kriminalpolizei vergeblich nach Kleidungsstücken oder persönlichen Gegenständen, die Aufschluss über die Herkunft des Mannes geben könnten.
Viele offene Fragen
Die Ermittler halten es für möglich, dass es sich bei dem Toten um einen Ausländer handelt – entweder ein Inselbewohner oder ein Tourist. Aufgrund des europäischen Erscheinungsbildes wird jedoch ausgeschlossen, dass es sich um einen Migranten handelt, der auf der Flucht übers Meer verunglückt ist.
Die Beamten haben daher eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet: Sie klapperten Hotels und Touristenunterkünfte in der Umgebung ab, um Hinweise zu sammeln. Bislang blieben diese Bemühungen ebenso erfolglos wie der Abgleich mit Vermisstenanzeigen. Niemand, der zu dem Mann passt, wurde bisher gemeldet.
Autopsie soll Klarheit schaffen
Nun erhoffen sich die Ermittler Aufschluss von der Obduktion, die am Mittwochmorgen durchgeführt wurde. Noch liegen keine vorläufigen Ergebnisse vor. Die Untersuchung soll nicht nur die Identität klären, sondern auch die Frage beantworten, ob der Mann ertrunken ist oder ob eine medizinische Ursache wie ein Herzinfarkt dem Tod vorausging.
Die Leiche war gegen 18:00 Uhr von der örtlichen Polizei entdeckt worden. Zu diesem Zeitpunkt galt auf der Insel wegen starker Regenfälle und Gewitter sowohl die gelbe als auch die orange Wetterwarnung. Die Feuerwehr konnte den Körper schließlich mit einem Schlauchboot aus dem Wasser holen – er trieb nur 20 bis 30 Meter vor der Küste. Die gerichtliche Kommission ordnete die Bergung der Leiche am frühen Abend an. Ersten Erkenntnissen zufolge lag der Mann erst kurze Zeit im Wasser, die See war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits aufgewühlt.
Unwetter fordert mehrere Todesopfer
Mit diesem Fund steigt die Zahl der Todesopfer, die auf das Unwetter „Dana Adam“ im gesamten Mittelmeerraum zurückgehen, auf sechs. Das Sturmtief forderte zuvor bereits ein Todesopfer in Barcelona, eines in Sagunto bei Valencia, zwei in Oliva an der Costa Blanca und ein weiteres in Málaga.
Quelle: europapress.es