
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Spaniens Gewerkschaften rufen zu 24-Stunden-Streik auf
Die beiden größten Gewerkschaften Spaniens, CCOO und UGT, wollen im Herbst zu einem 24-stündigen Generalstreik aufrufen. Das teilten die Organisationen am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Der Protest richtet sich gegen die aus Sicht der Gewerkschaften unzureichende Lohnentwicklung und die zunehmend schwierige Lage auf dem Wohnungsmarkt.
Den Angaben zufolge soll der Streik noch von den jeweiligen Führungsgremien der Gewerkschaften bestätigt werden. Auslöser für die Eskalation war die Ablehnung zweier königlicher Dekret-Gesetze zur Wohnungspolitik im spanischen Abgeordnetenhaus am vergangenen Freitag. Die Gewerkschaften sehen dadurch ihre Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum blockiert und weiten den Konflikt nun auf den gesamten Arbeitsbereich aus.
Bündnis mit Mieterinitiativen geplant
Die finale Terminwahl für den Ausstand wollen CCOO und UGT mit Mietervereinigungen, Nachbarschaftsinitiativen und dem Sindicato de Inquilinas abstimmen. Ziel sei eine möglichst breite Beteiligung der Arbeitnehmer, um dem Recht auf Wohnen und existenzsichernden Löhnen Nachdruck zu verleihen. „Die Demonstrationen des vergangenen Wochenendes haben die Wucht dieser Forderung gezeigt – die Antwort muss nun von allen Organisationen gemeinsam gestaltet werden, die diese Anliegen tragen“, heißt es in der Stellungnahme.
Forderungen an Arbeitgeber und Staat
Mit dem Streikaufruf verbinden die Gewerkschaften ihre Positionen für die laufenden Verhandlungen zum VI. Abkommen für Beschäftigung und Tarifverhandlungen (AENC). Darin fordern sie Gehaltssteigerungen von vier bis sieben Prozent einschließlich einer Inflationsklausel. Flankiert wird der Arbeitskampf von einem Zehn-Punkte-Plan für das Recht auf Wohnen. Dieser sieht unter anderem einen gesellschaftlichen Pakt, eine Begrenzung der Mietpreise, den Aufbau eines dauerhaften öffentlichen Bestands an Sozialwohnungen und die konsequente Umsetzung des Wohnungsgesetzes in allen Regionen vor.
Die Gewerkschaften richten ihre Forderungen gleichermaßen an die Unternehmerschaft wie an die öffentliche Hand: Die Arbeitgeber sollen die festgefahrene Tarifrunde wieder in Gang bringen und Gehälter ermöglichen, die die Grundversorgung abdecken. Die zuständigen Verwaltungen wiederum müssten die bestehenden Gesetze zum Wohnrecht endlich durchsetzen. Wie die spanische Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, gilt der Schritt als einer der weitreichendsten arbeitspolitischen Proteste der vergangenen Jahre in Spanien.
Quelle: europapress.es