
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Spanien bremst Energiepreise mit neuem Dekret
Die spanische Regierung hat am Dienstag ein drittes Notfallpaket auf den Weg gebracht, um die wirtschaftlichen Folgen der Nahost-Krise abzufedern. Wie das Nachrichtenportal Axarquía Plus berichtet, soll der Anstieg des regulierten Erdgaspreises auf rund 15 Prozent begrenzt werden – ohne den Eingriff wäre er auf mehr als 45 Prozent gestiegen.
Das neue Dekret führt einen Teil der Maßnahmen fort, die Ende September ausgelaufen wären, und verlängert sie bis zum Jahresende – mit Anpassungen.
Gaspreis und Butangas
Die Begrenzung gilt für die Tarifa de Último Recurso (TUR), von der mehr als drei Millionen Haushalte profitieren. Außerdem wird der Höchstpreis für Butangasflaschen auf 19,55 Euro festgesetzt. Das liegt zwar über dem bisherigen Limit von 18,84 Euro, verhindert aber weitere Anstiege bis Ende Juni 2027.
Kraftstoffrabatte nach Monaten gestaffelt
Die Steuererleichterungen für Benzin und Diesel werden bis Ende 2026 verlängert. Im Oktober beträgt der Rabatt 20 Cent pro Liter, im November 13 Cent und im Dezember noch 6 Cent. Eine Schutzklausel erlaubt es, den Rabatt bei steigenden Preisen wieder auf bis zu 20 Cent anzuheben.
Für den gewerblichen Straßengüterverkehr gelten eigene Sätze: Da Transportunternehmen einen Teil der Mineralölsteuer erstattet bekommen, fällt die Dieselhilfe im Oktober mit 5 Cent pro Liter geringer aus, steigt dann aber auf 12 Cent im November und 19 Cent im Dezember. Auch Schienen- und Seetransporte erhalten Unterstützung – etwa 15.000 Euro pro Diesellokomotive. Die Landwirtschaft behält den vergünstigten Agrardiesel mit 20 Cent Rabatt pro Liter.
Strom, Steuern und Versorgungssicherheit
Zusätzlich sind Senkungen bei der Mehrwertsteuer auf Strom von 21 auf 10 Prozent und bei der Stromsteuer von 5,1 auf 0,5 Prozent vorgesehen. Diese gelten allerdings nur, wenn die Strompreisinflation im September mindestens 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht. Auch Gas, Holzpellets und Brennholz könnten dann günstiger besteuert werden.
Um die Energieversorgung im Winter zu sichern, erhöht die Regierung die Mindestreserven an Flüssigerdgas von 16,5 auf 21 Tage. Die Bußgelder für Verstöße im Mineralölsektor werden verdoppelt. Zudem soll die Wettbewerbsbehörde CNMC die Preisbildung und die Wirkung der Maßnahmen untersuchen, auch bei Lebensmitteln.
Empfänger von Hilfen müssen weiterhin Bedingungen einhalten, etwa keine Kündigungen wegen der Krisenfolgen auszusprechen. Die Sonderregeln beim sozialen Strombonus und der Schutz vor Sperrungen für gefährdete Haushalte waren bereits für ganz 2026 beschlossen worden.
Das neue Dekret ist Teil des „Integralen Plans zur Reaktion auf die Nahost-Krise“. Nach Angaben der Regierung summieren sich die Kosten der drei bislang verabschiedeten Notverordnungen auf mehr als zwölf Milliarden Euro.
Quelle: axarquiaplus.es