Sicherheitsgarantie für Torrox?

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Torrox

Sicherheitsgarantie für Torrox?

von Sabine Keller

Der Staat in der Pflicht

Die Sommerhitze kündigt sich an, und mit ihr das alljährliche Ritual der Bürgermeister an der spanischen Küste: Bittgesuche an Madrid. Óscar Medina, Rathauschef von Torrox, hat jetzt offiziell eine „außerordentliche Planung“ und einen „präventiven Aufwuchs der Sicherheitskräfte“ angemahnt. Sein Ziel: die „Nachbarschaftsruhe“ der Einwohner zu schützen – vor allem in El Morche und entlang der Küste.

Wer nun ein weiteres Lippenbekenntnis erwartet, irrt. Medina argumentiert präzise und juristisch unangreifbar: Die Gemeinden haben weder in der inneren Sicherheit noch in der Migrationspolitik auch nur den Hauch einer Kompetenz. Die gesamte operative Verantwortung liege beim Staat – konkret bei der Guardia Civil. Wie der Nachrichtendienst AxarquiaPlus berichtet, forderte der Bürgermeister deshalb mehr Personal, bessere Ausrüstung und „durchsetzungsstarke rechtliche Instrumente“.

Warum die Kommunen machtlos sind

Der Vorstoß ist mehr als eine Sommerlaune. Es geht um strukturelle Ungleichheit: Die Bürger verlangen funktionierende staatliche Dienste in ihrer Nähe, doch wenn die Guardia Civil nur mit Minimalbesetzung dasteht, prallt der Ärger auf den Bürgermeister. Medina spricht es offen aus: „Die Bürger müssen die Zuständigkeitsgrenzen nicht kennen – sie wollen, dass die Dienste funktionieren.“ Ein Satz, der nicht nur in Torrox sitzt.

Die Realität: Im Sommer vervielfacht sich die Bevölkerung im Küstenstreifen. Die Infrastruktur ist darauf ausgelegt, die Sicherheitskräfte jedoch oft nicht. Medina stellt die Frage, die sich jeder Kommunalpolitiker stellt: Warum muss der Steuerzahler vor Ort die Folgen einer unterlassenen Personalplanung in Madrid ausbaden?

Ein Appell an die Zentrale

Medina lobt ausdrücklich den „täglichen Einsatz und die Professionalität der Guardia Civil“ – das ist kein Freibrief für die Regierung. Im Gegenteil: Er verlangt eine „Anpassung der Ressourcen an die Gebietsrealität“. Es gehe nicht um Alarmismus, sondern um Vorsorge. Torrox sei ein sicheres, zusammenhaltendes Dorf, doch genau das müsse bewahrt werden.

Die Kernaussage: „Die öffentliche Ordnung im Sommer darf nicht auf den Schultern der Gemeinden lasten.“ Das ist ein dicker Brocken, den Medina da auf den Tisch legt. Denn implizit sagt er: Solange der Staat seine Hausaufgaben nicht macht, bleibt die Sicherheit in Touristenhochburgen eine Frage des Glücks – nicht der Planung.

Quellen


Quelle: axarquiaplus.es