Rotes Kreuz fordert mehr Engagement für Senioren

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Rotes Kreuz fordert mehr Engagement für Senioren

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Appell zum Internationalen Tag der älteren Menschen

Das Rote Kreuz (Cruz Roja) hat anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen am 1. Oktober zu einem stärkeren gesellschaftlichen und institutionellen Einsatz für die Rechte älterer Menschen aufgerufen. Es gehe darum, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Menschen jeden Alters ihre Rechte ein Leben lang voll ausüben können, teilte die Organisation mit. Spanien zählt zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung der Welt. Dieser Erfolg müsse von Maßnahmen begleitet werden, die Altersdiskriminierung verhindern, betont Cruz Roja.

Mehr als 29.000 Betreute in Andalusien

Nach Angaben der Hilfsorganisation werden in der Provinz Málaga derzeit mehr als 6.500 ältere Menschen betreut, andalusienweit sind es über 29.000. Im vergangenen Jahr nahmen 4.432 ältere Menschen in Málaga an Projekten teil, die sich gegen ungewollte Einsamkeit richteten, soziale Kontakte etwa über Sprachassistenten oder WhatsApp stärkten und aktives Altern förderten. Insgesamt erhielten 6.552 Menschen über 65 Jahre in der Provinz mehr als 86.000 Hilfeleistungen; das sind 16 Prozent aller von dem Verband in Málaga betreuten Personen.

Die Betreuten sind im Schnitt 81 Jahre alt; 73 Prozent sind Frauen. 14 Prozent leben in ländlichen Gebieten, 37 Prozent in halbländlichen und 49 Prozent in städtischen Gebieten. In der Provinz Málaga engagieren sich 366 Freiwillige.

Projekte gegen Einsamkeit und Missbrauch

Cruz Roja verweist auf Projekte wie „Atención Integral a Personas Mayores“ oder „Cerca de mí“, die durch Begleitung ehrenamtlicher Helfer und gemeinsame Aktivitäten soziale Bindungen fördern sollen. Initiativen wie „VIDA: Vínculos De Apoyo“ und „Promoción del buen trato y protección frente al maltrato“ setzen auf Nachbarschaftshilfe, um Altersdiskriminierung, Missbrauch und Isolation entgegenzuwirken. Landesweit haben nach Angaben von Cruz Roja mehr als 231.014 ältere Menschen an solchen Aktivitäten teilgenommen, davon 29.065 in Andalusien.

Die Leiterin des Seniorenprogramms von Cruz Roja in Andalusien, María García Salgado, nennt ungewollte Einsamkeit, soziale Isolation, die digitale Kluft, Altersdiskriminierung sowie Missbrauch und Rechtsverletzungen als größte Herausforderungen. Die Projekte zielten darauf ab, Würde, Autonomie, Gleichstellung, Teilhabe und Unabhängigkeit älterer Menschen zu fördern.

Lokale Vernetzung und Teleassistenz

In der Provinz Málaga organisiert das Rote Kreuz Gesundheitsspaziergänge, Filmforen, Ausflüge, Kreativworkshops und Begegnungsangebote – unter anderem in Pizarra, Ardales, Estepona, Marbella, Coín, Cártama und der Hauptstadt Málaga. Ein zentraler Ansatz ist die Einbindung des lokalen Umfelds: Etwa Metzgereien oder Apotheken würden als Verbündete gewonnen, damit ältere Menschen auch nach dem Ende der freiwilligen Begleitung eingebunden bleiben, erläuterte García.

Zudem bietet das Rote Kreuz einen Teleassistenzdienst an, der rund um die Uhr über Telefon und einen Notfallknopf erreichbar ist. Eine mobile Variante per Smartphone ermöglicht die gleiche Sicherheit außer Haus. Gegen die digitale Kluft richtet sich das Projekt „Voces en Red“, das mit Unterstützung der Fundación Amancio Ortega läuft und älteren Menschen über spezielle Geräte den Kontakt zu Angehörigen erleichtern soll.

Die Projekte werden unter anderem aus Mitteln der Steuererklärung („X Solidaria“) sowie über das Sozialministerium der andalusischen Regionalregierung finanziert. Sie laufen in allen acht andalusischen Provinzen, auch in ländlichen Gebieten mit geringer Versorgungsdichte. In der Provinz Málaga ist das Rote Kreuz in rund 20 Gemeinden aktiv. Die Angaben beruhen auf einer Mitteilung von Cruz Roja, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet.


Quelle: europapress.es

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