
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Rolling Stones: Die ewige Jugend der Rocklegenden
Die Rolling Stones kündigen ihr 25. Studioalbum "Foreign Tongues" für Juli an. Die Vorab-Singles "In The Stars" und "Rough and Twisted" sind bereits online und sorgen für Gesprächsstoff – auch weit über die britischen Inseln hinaus. Fünf etablierte Rockmusiker von Mallorca haben sich die neuen Tracks angehört und teilen ihre Einschätzungen mit dem DIARIO de MALLORCA.
Authentizität als Erfolgsrezept
Die Band Lyra’s Hëll, Gewinner des Pop Rock 2024, sieht in den neuen Songs vor allem eines: Kontinuität. «Sie klingen immer noch authentisch und haben nach all den Jahren ihre eigene Energie», sagt Frontmann und Gitarrist Cøral Hëll. Für ihn liegt die größte Bewunderung in der Fähigkeit der Stones, über Jahrzehnte hinweg relevant zu bleiben, ohne ihre Identität zu opfern. «Mit über 80 Jahren widmen sie sich immer noch der Musik. Das ist eine Lebensweise. Solange die Leidenschaft da ist und der Körper mitspielt, ist es bewundernswert, weiter zu kreieren und auf der Bühne zu stehen.»
Diese Ansicht teilt Esther Oller, Sängerin und Gitarristin der Band Peligro!. «Ich habe immer viel Respekt vor ihnen gehabt. Sie haben den Rock für immer verändert», sagt sie. Ihr imponiere besonders die «wilde Attitüde», die sie sich bewahrt hätten. «Die neuen Songs gefallen mir, weil sie nicht versuchen, sich als junge Band zu verkleiden. Sie klingen nach Stones, mit Persönlichkeit und Kraft. Das ist heute viel mehr wert, als modern tun zu wollen.»
Vom Beatles-Fan zum Stones-Verehrer
Eine besondere Perspektive bringt Luis Alberto Segura, Kopf der Band L.A., ein. Als selbsternannter «Beatlemaniac» konnte er mit den Stones lange nichts anfangen. «Sie waren zu herb, zu trocken, die bösen Jungs», erinnert er sich. Eine Schlüsselerfahrung während einer Studioaufnahme in Los Angeles im Jahr 2011 änderte alles. Sein Produzent spielte ihm das Album "Aftermath" vor. «Da änderte sich meine Perspektue absolut», so Segura. Seitdem höre er die Stones regelmäßig, auch wenn die Beatles für ihn unangefochten blieben.
Zu den neuen Songs sagt er: «Es klingt wunderbar: eine makellose Produktion, Gitarren, die so gut klingen wie immer, und einen Funken, den ich mir selbst wünschen würde.» Was er den Legenden am meisten neide, sei die «echte Liebe», die sie für ihr Handeln ausstrahlten. «Sie sind Menschen, die ihr Metier lieben. Sie werden sterben und sind bis dahin gegangen, indem sie geliebt haben, was sie tun.»
Eine Parabel des Rock 'n' Roll-Lebens
Der langjährige Stones-Fan Ivan Tobíass, bekannt aus Bands wie El Primer Tercio, analysiert die neuen Stücke mit einem kritischen Ohr. Bei "Rough and Twisted" vermutet er, dass die Band genau das erreicht habe, was sie wollte: «Ein rauer und verdrehter Song. Immer noch wenig fortgeschrittene Lehrlinge der Blues-Meister.» "In The Stars" beschreibt er als eine Mischung aus «ermüdenden Riffs von Keef [Keith Richards]» und einem moderneren, interessanteren Refrain, den er Mick Jagger zuschreibt.
Dass die Band nach 60 Jahren immer noch da ist, bedeutet für Tobíass: «Dass es immer noch Typen mit Glück gibt, die dem Leben die Stirn geboten haben. Viele Narben, aber sie kommen gut ins Ziel und erlauben sich sogar, mit einer gewissen Pathetik anzukommen. Mit Eiern.» Sein abschließendes Urteil: «Im Grunde sind die Stones eine Parabel des Speedballs.»
Quelle: diariodemallorca.es